Gaugau
Am Wochenende machte ein Video die Runde, in der die Schauspielerin Katharina Straßer völlig zu Recht ihrem Entsetzen über eine Hassflut Ausdruck verlieh, die über sie hereingebrochen war. Der Anlass schien nichtig: In einem Seitenblicke-Clip hatte Straßer zugegeben, mit der wienerischen Aussprache des Worts „Kakao“ – also „Gaugau“ – Probleme zu haben.
Das war genug, damit sich hunderte untergriffige Kommentare mit stark frauenfeindlicher Note über die Schauspielerin ergossen. Und nein, das ist keine Lappalie. Denn wenn jeder Anlass reicht, eine Hassflut zu entfesseln, ist der Hetze jedes Tor geöffnet. Böse Kommentare schaffen ein Klima, das andere böse Kommentare normalisiert, ja legitimiert. Arrangeure von Hasskampagnen wissen das sehr gut. Um der Pandemie des Hasses beizukommen, braucht es Maßnahmen – auf individueller Ebene und auf politischer Ebene.
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