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Monster fressen Chansons

Früher waren ESC-Streits harmloser - auch wenn es nicht so ausgesehen hat.
Christina Böck
Eine Person in aufwendigem Monsterkostüm mit Krallen und steinernen Gargoyle-Schultern singt auf einer Bühne.

Das waren noch Zeiten, als das einzige, was beim Eurovision Song Contest gespalten hat, unterschiedliche Zugangsweisen waren. Also ob man eher gediegenem Ralph-Siegel-Liedgut („Ein bisschen Frieden“) zugetan war oder der rebellischen Spaßfraktion von Stefan Raab („Guildo hat euch lieb“). 

Daran erinnerte die ARD-Doku „70 Jahre ESC – More than Music“ am Montag. Ralph Siegel – im Thron mit goldener Sonnenbrille inszeniert – lieferte auch gleich die Anekdote, die diese Dualität anschaulich illustrierte. Er erzählte, wie der Sänger von Lordi – jene Monster-Hardrock-Band, die 2006 sensationell den früheren Chanson-Gran-Prix gewonnen hat – ein Autogramm von ihm genommen „und einfach aufgefressen hat“. Derselbe Mr. Lordi wiederum gestand, dass für ihn der beste ESC-Song ever „Viva la Diva“ ist. Besser kann man die mitunter schrille Vielfalt dieses Wettbewerbs kaum mehr darstellen.

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