Kolumnen
07/31/2020

Wiener Ansichten: Mehr Grün für den Wasserpark!

Über die "Coolen Straßen“ kann man diskutieren. Insbesondere darüber, wo sie gebaut werden

von Barbara Mader

Das Redaktionskomitee der Wiener Ansichten wurde zuletzt mehrfach mit der Behauptung konfrontiert, Reisen werde überschätzt.

Dass alle Städte dieser Welt gleich und nur Venedig e bisserle anderes sei, ist eine alte Torberg-Weisheit. Ähnliches stellte auch Hemingway in den Raum. Obwohl selbst ruhelos zwischen Kuba, Schruns und Paris, ließ er in seinem Roman Fiesta wissen, dass alle Länder dieser Welt nur wie im Kino aussehen.

Mit diesen Überlegungen im Gepäck, reiste das Redaktionskomitee nun von den Hügeln Ober-Sankt-Veits in die Berge Vorarlbergs und vom Strombad Kritzendorf zu den Hängen des Bisambergs, der bekanntlich zur Hälfte in Wien-Floridsdorf liegt.

An dieser Stelle liebe Grüße an Leserin Erika S., die kürzlich angesichts einer Geschichte über Wiens beste Eissalons monierte, im KURIER werde Floridsdorf vernachlässigt. Liebe Frau S.: Stimmt. Ich schreibe nur in jeder zweiten Kolumne über den 21. Ich werde an mir arbeiten. Und zum Thema Eissalons: Auch da haben Sie recht. Ein Artikel über Eissalons ist ohne den Benner auf der Prager Straße unvollständig.

Apropos kühles Nass: Das soll ja auch das Projekt der „Coolen Straßen“ bringen. Wie nachhaltig „Nebelduschen“ sind, ist die eine Frage. Eine andere ist, warum man ständig an den grünen Rändern der Stadt– nein, nicht nagt: frisst – , das letzte Grün zubetoniert und anschließend über Klimawandel und Hitze jammert. Geradezu grotesk sind auch die Orte, die man für die „Coolen Straßen“ gewählt hat: Warum baut man in Floridsdorf ausgerechnet die Franklinstraße um? Mehr Platz für Grün und spielende Kinder, gerne. Aber: Die Franklinstraße ist immer schon eine autofreie, baumgesäumte Allee, entlang derer Schulen, ein Schwimmbad und Bankerln stehen. In nicht einmal fünf Minuten Gehweite liegen Wasserpark und Alte Donau. Viel Lebensqualität, die man anderswo vermisst. Kosten: 2,35 Millionen Euro.

Klingt nach ziemlich viel Steuergeld für einen ziemlich großen Schildbürgerstreich.

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