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"Lieber näher am Menschen als frömmer": Dompfarrer Faber über Pensionierung

Dompfarrer Toni Faber schreibt über seine Pensionierung, neue Möglichkeiten und seine Pläne.
Toni Faber
Dompfarrer Toni Faber

Gefühlt vorgestern bekam ich von Kardinal Schönborn mit 35 Jahren das große Vertrauen ausgesprochen, der historisch jüngste Dompfarrer von St. Stephan zu werden. Jetzt bin ich der historisch längst dienende. Bis vor wenigen Jahren hatte ich die schöne Vorstellung, bis zu meinem Lebensende diesen absoluten Traumjob, den ich selbst nie angestrebt hatte, im Herzen meiner über alles geliebten Heimatstadt Wien mit Leib und Seele auszufüllen. Schon seit Längerem habe ich mit mir sehr nahen Menschen auch andere Varianten angedacht.

In den letzten Wochen haben sich nach Indiskretionen nicht von meiner Seite die Gerüchte rund um meine bevorstehende Pensionierung verdichtet. Wo immer ich unterwegs bin, werde ich von Menschen, die ich schätze, und solchen, die ich noch nie gesehen habe, positiv bestärkt, nicht aufzugeben. Passanten zeigen mir mit einem „Daumen hoch“ ihre Sympathie für meine Art der Seelsorge, die ich niemandem aufzwingen will.

In meiner Zeit als Priesterausbildner habe ich das von meinem Professor Paul Zulehner gelernte Grundaxiom zutiefst überzeugt weitergegeben: „Nicht frömmer, sondern menschlicher müssen die Priester werden.“ So verstehe ich Seelsorge bis heute.

Für und mit den Menschen

Was mein lieber Studien- und Arbeitskollege Josef Grünwidl innerlich vor seiner Ernennung zum Erzbischof erlebt hat, ist auch mein Credo: „Gott braucht mich nicht perfekt, sondern verfügbar.“

Bei seinem Antrittsbesuch in Rom war wohl auch deshalb Dompfarrer Toni Faber kein Gesprächsthema.

Ich freue mich auf meine neuen Möglichkeiten im Brückenbauen zwischen ermutigendem Glauben, Kirche, Politik, Wirtschaft, Medien, Kunst und Kultur, Gesellschaft und den oft übersehenen Menschen. Mein Terminkalender ist mit pastoralen Aktivitäten dicht gefüllt und endet nicht mit Juli 2027.

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