Kolumnen
02/19/2020

Tod beim Wettessen

Manche sterben, weil sie zu viel fressen. Viele sterben vor Hunger.

von Guido Tartarotti

Eine bemerkenswerte Meldung erreichte uns aus Russland: Eine 23-j√§hrige Frau ist bei einem Mehlspeisenwettessen in Moskau ums Leben gekommen. Bei dem Wettbewerb ging es darum, in einer vorgegebenen Zeit so viel Kuchen und Geb√§ck wie m√∂glich zu verschlingen.  Die Frau lag kurz vor Schluss in F√ľhrung, nahm mehrere St√ľck Kuchen auf einmal in den Mund und erstickte.

Diese Meldung ging um die Welt, mehrere Medien berichteten dar√ľber, auch der KURIER. √úber die Tausenden Menschen, die am selben Tag an Hunger starben, berichtete niemand. In der Welt der Medien z√§hlt das Ungew√∂hnliche: Beim Wettessen erstickt = ungew√∂hnlich. An Hunger gestorben = allt√§glich, also nicht mehr sehr interessant.

Noch eine Medien-Meldung: Ein deutscher Sportmanager gab bekannt, 70 Kilo abnehmen zu wollen.

Wir leben in einer merkw√ľrdigen Welt.

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