Kolumnen
15.04.2018

Staubsaugersüchtig?

Handysüchtig? Sexsüchtig? Nasenbohrsüchtig? Das Thema Sucht zwischen neuer Volkskrankheit - und manchmal auch Statussymbol.

Handysucht also. Laut Experten ist das bereits die häufigste Sucht unter Jugendlichen.

(Viele nicht mehr Jugendliche wird das verblüffen. Für den Autor dieser Zeilen beispielsweise hat ein Smartphone ungefähr so viel Suchtpotenzial wie ein Staubsauger. Eine Frage der Generation?)

Das Interessante ist ja: Die Gesellschaft teilt sich immer mehr in die, die tatsächlich nach etwas süchtig sind – und die, die behaupten, es zu sein. In die, die ihr Verhalten (Internetnutzung, Spielen, Kaufen...) wirklich nicht mehr kontrollieren können – und in die,  für die Sucht das neue Statussymbol ist, wenn die Verhaltensoriginalitäten beim Essen („ich vertrage leider kein kugelförmiges Obst“) nicht mehr ausreichen, um sich interessant zu machen. Kaum machen sie etwas mehr als drei Mal hintereinander, sind sie „süchtig“: „Ich bin jetzt wegen meiner Nasenbohrsucht in Behandlung ...“

Und dann gibt es noch die  Filmstars, die beim  Seitensprung ertappt werden. Die gehen dann in die Klinik für Sexsucht und sind nicht mehr für sich verantwortlich.
 

 

Guido Tartarottis Kabarettprogramm "Selbstbetrug für Fortgeschrittene" ist am 22. April in der Kulisse Wien und am 26. April im Theater am Alsergrund zu sehen.