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Traktor-Burn-out und Feuerwehreinsatz

Der Traktor braucht Ferien. Zeit, um den Sommer zu genießen.
Birgit Braunrath
Ein Mann fährt einen roten Traktor durch eine ländliche Gegend.

Dem Traktor reicht’s. Er ist zwar erst im zweiten Arbeitsjahr, aber er arbeitet hart bei uns auf den Streuobstwiesen und in den Jungwäldern. Die Hitze macht ihm schwer zu schaffen. Eine Traktorengewerkschaft gibt es nicht, also hackelt er sich ins Burn-out: Der Kühler explodiert.

Dann ist Schweigen im Walde. Und eine Dampfwolke darüber. Übrigens der einzige Dampf seit Langem, denn es ist trocken wie in Südspanien. Bei uns dampft höchstens noch der Kaffee.

Der Lieblingsmann steigt vom kaputten Traktor, wischt sich den Schweiß von der Stirn und holt das Handy heraus – es ist überhitzt, auch hier Gerätestreik.

Die massive Hitze belastet Mensch, Tier und vor allem Pflanzen. Dass jetzt auch die Geräte schnaufen und ihre Arbeit einstellen, das ist heuer neu.

Ein Leser schrieb mir als Reaktion auf eine Kolumne zum Thema Hitze und Trockenheit im Burgenland: „Ich habe den Temperaturregler für die Hitze noch nicht gefunden, Sie offenbar auch nicht. Also jammern Sie nicht sinnlos herum, sondern genießen Sie lieber den Sommer, so, wie ich das tue!“

Lieber Leser, wir bemühen uns.

Aber vorher rufen wir noch die Feuerwehr. Denn ein völlig überhitzter Traktor mitten im Gelände ist bei dieser Trockenheit ein Waldbrandrisiko. Mein Handy funktioniert zum Glück noch. Wir melden den Vorfall, und im Nu sind zwei Feuerwehren zur Stelle.

Worauf man sich verlassen kann

Das ist das Schöne bei uns auf dem Land. Man kann sich jederzeit aufeinander verlassen. Die Feuerwehrleute haben keine Vorwürfe im Gepäck, wie „Man hätt’ dem armen Traktor ja schon früher eine Pause gönnen können“, sondern nur Freundlichkeit, Pragmatismus, Seilwinde und Bergeseile.

Binnen weniger Minuten steht der Traktor auf dem sicheren Feldweg, und die guten Geister verschwinden so schnell, wie sie gekommen sind, zu ihrem nächsten Einsatz.

Und weil man sich auf dem Land stets aufeinander verlassen kann, dauert es nur weitere zehn Minuten, bis das mittlerweile abgekühlte und wieder betriebsbereite Handy des Lieblingsmanns eingehende Anrufe aus der Nachbarschaft meldet: „Wieso steht euer Traktor unten am Wegrand? Braucht ihr Hilfe?“

Man kann sich hier ebenso darauf verlassen, dass alle alles voneinander wissen. Und die, die es tatsächlich noch nicht gleich mitbekommen haben, wissen es spätestens nach der Arbeit beim Scrollen auf Facebook, wo der Social-Media-Einsatztrupp der Feuerwehr den Erfolg in Bild und Text vermeldet: „Kleintraktor geborgen!“

Triumphierend zeige ich dem Lieblingsmann das Feuerwehr-Posting: „Du und dein Traktor, ihr seid jetzt berühmt.“

Seine Freude ist überschaubar. Viel lieber wäre er bald wieder mit seinem Traktor vereint. Aber der Landmaschinenhändler hat das Urteil gesprochen: „Lieferzeit für erforderliche Ersatzteile: 15 Tage.“ Der Traktor macht jetzt Ferien. Da bleibt uns inzwischen wohl nichts übrig, als dem Rat des Lesers zu folgen und den Sommer zu genießen.

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