Schweinefüttern mit geklauten Frühstücks-Croissants.

"ÜberLeben": Guidobalds Schnappschüsse aus 25 Sommern in Salzburg.
Guido Tartarotti

Guido Tartarotti

Erinnerungen an 25 Sommer in Salzburg:

Hochwasser bis an die Unterkante der Staatsbrücke. Bier mit Nicholas Ofczarek kurz vor einer „Jedermann“-Vorstellung. Würstel-Eierspeise im „Bazar“, Elfriede Jelinek sitzt im Trainingsanzug am Nebentisch und sieht großartig aus. Wespen auf der „Stein“-Terrasse. Schnaps um vier Uhr früh in einem gemütlichen, kleinen Hotel in Maxglan, nach einer Autofahrt durch die schlimmsten Unwetter seit Jahren. Die Laufrunde raus zum Flughafen. Ein indisches Lokal, wo wir die einzigen Gäste waren. Ein sauteurer, aber auch sehr guter Italiener. Ein sauteures, aber gar nicht so gutes Szene-Lokal. Ein wunderbar unaufregender Mexikaner im Nonntal, wo wir jedes Jahr waren und immer glücklich. Das Mülln-Bräu, natürlich. Der Bärenwirt – einmal gab’s Eierspeise, weil der Wirt gerade aus dem Urlaub zurückkam und gnadenhalber für uns etwas kochte; ein anderes Mal bekamen wir so viele fette Köstlichkeiten, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben Gallenschmerzen hatte. Das Freibad in Leopoldskron, wo ich einmal ein Kabarettprogramm probte (die anderen Badegäste werden sich gewundert haben).

Schweinefüttern mit geklauten Frühstücks-Croissants.

Ein düsterer „Hamlet“, ein lebensfroher „Sommernachtstraum“, Andrea Breths gnadenloses „Weites Land“, ein zehnstündiger, fantastischer, um keine Sekunde zu langer „Faust“.  Salat in einem kleinen Lokal am Rand von Hallein, Wurst auf der Perner Insel.

Und immer wieder der Hellbrunner Tiergarten, ein wunderbarer Ort: Ein Geier, ein stinkender Wolf, Schneeleoparden-Babys ...

Ein entzündeter Weisheitszahn.

Und der wichtigste Besuch von allen: Ein krankes Kind wünscht  sich eine Salzburg-Reise. Wir essen Chili und Curry, werden im Regen so richtig nass und feiern das Leben. Und natürlich lasse ich mich verarschen, weil der eine Fürsterzbischof tatsächlich „Guidobald“ hieß.

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