Kolumnen
02.12.2018

Paaradox: Unser letztes Mal

Der Vorhang fällt. Gedanken über ein spezielles Finale ... und die Idee eines Neuanfangs.

SIE

Finale. Vorige Woche war es  so weit. Die letzte Paaradox-Lesung mit diesem Programm, im schönen Schloss Kottingbrunn. Wir hielten die Taschentücher parat, wenngleich aus unterschiedlichen Gründen: Ich war sentimental, der Gatte verschnupft. So prägend diese vier Jahre Bühnenerfahrung waren, so spannend ist, wie sehr mir  vor allem die Zeit hinter den Kulissen in Erinnerung bleibt. Die Wartezeit bis zum Auftritt dauert oft  lang.  Meist fragen die Veranstalter freundlich, was man denn brauche, um sich wohlzufühlen:  Soletti, Brötchen, Schoko?

Einmal nix bitte!

Ich sage gerne: Bitte einmal alles,  vor allem Schokolade, während der Mann nebenan ausnahmslos antwortet: Nix. Ich hätte nur gerne das WLAN-Passwort.  Ab dann war’s das mit der Backstage-Zweisamkeit, die man  hätte nützen können, um über die wichtigen Dinge des Lebens zu reden. Etwa, wie die Farbe des neuen Badezimmerteppichs aussehen könnte und ob es nicht an der Zeit sei, die Weihnachtsbeleuchtung im Garten zu drapieren. Stattdessen: Brille  auf, ins Handy starren. Warum? Weil was „Superwichtiges“ ist. Was mit Ball. Tennisball. Fußball. Golfball. Basketball. Opernball. Und so saß er auch bei diesem letzten Backstage-Rendezvous da und schaute, wie es beim Jahrhundertmatch VfL Bochum gegen Erzgebirge Aue steht. Im Laufe der Jahre kam es immer wieder vor, dass es weder WLAN noch Netz gab. Da wurde der Mann nervös: Ich glaub, ich habe Lampenfieber, meinte er da gerne. Ich glaub eher nicht, erwiderte ich. Und fragte justament, wie es beim Copa Sudamericana steht. Sein Gesicht! Als hätten die Veranstalter Zitrone statt Schokolade gereicht..

Paaradox neu: „Schatzi, geht’s noch?“: 23. und 31. 1., 24.2. im Wiener Rabenhoftheater, alle Termine: paaradox.at

eMail: gabriele.kuhn@kurier.at

Facebook: facebook.com/GabrieleKuhn60

ER

So eine Dernière, also die letzte Darbietung einer Inszenierung, hat schon etwas Besonderes und es ist doch ein Zufall, dass ausgerechnet an so einem Abend VfL Bochum gegen Erzgebirge Aue spielt (der Endstand war übrigens 2:1, das Siegestor fiel in der 90. Minute). Aber nicht nur das ist einer würdigen Erwähnung wert. Denn meine Frau vergaß bei ihrer Schilderung wieder einmal ein nicht unwesentliches Detail. Völlig richtig ist zwar der Schoko-Part und ihr höchst sonderbares kulinarisches Verhalten vor dem Gang auf die Bühne. Ich hingegen halte nicht nur Ausschau in der Sportwelt, sondern mindestens im gleichen Maße in den sozialen Netzwerken. Und zwar u. a.,  um mich (auch im Namen von gnä Kuhn) zu bedanken. Fürs Kommen zu unserem Paaradox-Programm. Fürs Lachen. Fürs Empfehlen. Und überhaupt.

Verbeugung

Die Gelegenheit möchte ich auch an dieser Stelle sehr gerne nützen. Ehrfürchtig zu dokumentieren, wie sehr wir uns freuen: Über  die vielen wunderbaren Rückmeldungen auf diese Kolumne und den großartigen Applaus bei mehr als  hundert Auftritten. Danke, liebe Leserinnen und Leser, tiefe Verbeugung vor Ihnen allen. Dieser Zuspruch hat uns auch ermutigt und motiviert, ab Jänner 2019 ein neues Bühnenabenteuer zu wagen, um dann die Frage zu beantworten: „Schatzi geht’s noch?“ Denn es ist nicht schwer zu erahnen, dass das letzte Wort zwischen der Liebsten und mir  noch lange nicht gesprochen ist. Apropos: Bochum spielt heute um 13.30 Uhr beim 1. FC Magdeburg. Ich werde aber auf das Match verzichten. Zugunsten eines gemeinsamen Sonntagsspaziergangs – weil: Liebesbeweise ausdenken kann ich.

Solo „Abend mit einem Mannsbild“: 12. 12. Gmunden

eMail: michael.hufnagl@kurier.at

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