© Jeff Mangione

Kolumnen
05/05/2019

Paaradox: Meister Lampe

Es werde Licht ... oder auch nicht. Denn eine Deckenleuchte zu montieren, ist tückisch.

von Gabriele Kuhn, Michael Hufnagl

Sie

Wir haben irgendwie Freundschaft geschlossen, die „Prisma Leuchte matt/nickel“ und ich. Ja, sie ist mir vertraut geworden, und sie tut mir leid. Vor vier Monaten stand sie in Gesellschaft anderer Leuchten-Freunde in der Lampenabteilung des Baumarkts. Jetzt liegt sie die meiste Zeit allein herum, in einer finsteren Ecke unseres Klos, zwischen den Lustigen Taschenbüchern Nr. 373 und Nr. 375 mit den Titeln Flucht nach Duckland und Patient Donald Duck

Michi! Michi!

Dort wurde sie seinerzeit vom Mann nebenan deponiert, der sie erstanden hatte – nachdem die alte Lampe kaputt gegangen und in Stücke zersprungen ist. Der Kauf folgte  so rasch, dass ich  direkt irritiert war. Doch ab dann eh alles wie immer: Lampe liegt, Mann gibt die Unvollendete. Um das begonnene Werk zu finalisieren  (also Frl. Prisma endlich zu montieren), bräuchte es gute Schwingungen, die richtige Mondphase, die optimale Betriebstemperatur, den herzhaften Musenkuss, eine lustige Darmflora, Konfettiregen sowie exzessive Michi!-Michi!-Rufe geneigter Groupies. Doch da von all dem nix da ist, wird so schnell  nix passieren. Da nützt es auch wenig, wenn ich nach Lustiger-Taschenbuchmanier beim Mann nebenan ein  *Ächz, *Würg und *Grummel deponiere. Darauf reagiert er maximal mit einem *Röchel, was bedeutet: Sorry, ich habe gerade so viel um die Ohren und finde für nix Zeit. Aber naja, *kicher, alles nicht so schlimm, bin nämlich beruhigt: Weil auf der Prisma-Leuchten-Packung steht, dass die Lampe eine Lebenszeit von 25.000-Stunden hat. Stellt sich nur die Frage: in der Packung oder im illuminierten Zustand? Es bleibt wie immer spannend. *Wropp und *Hui.

PAARADOX NEU: „Schatzi, geht’s noch?“ am 12. & 19. 5. im Rabenhof, 23. 5., Stadtgalerie Mödling. Alle Termine: paaradox.at

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ER

Das Problem ist das Wort „einmal“. Dessen Interpretationsspielraum führt in unserer Ehe regelmäßig zu Differenzen. Denn der Satz „Das gehört auch einmal gemacht“ offenbart  zweierlei Art von Zeitverständnis. Das meiner Frau, die felsenfest davon überzeugt ist, dass „einmal“ ein Synonym für sofort, also für heute, allerspätestens morgen ist. Und jenes von mir, der im selben „einmal“ eine Erledigungsspanne erkennen will – irgendwo zwischen In den nächsten Tagen und In den nächsten Wochen. Als es darum ging, eine neue Lampe für das WC zu besorgen, schritt ich bereits nach nicht einmal einer Woche zur Tat, was in meinem Leben in die Kategorie „Ruckzuck“ fällt.

Herumliegephase

Umso mehr hatte ich im Hinblick auf die Mission Prismaleuchte das Gefühl, einen Zeitbonus erworben zu haben. Das stellte sich jedoch rasch als Irrtum heraus, wenn ich die Frage der Liebsten („Duhu, wie viele Lampen dieser Welt haben sich eigentlich von selbst an die Decke geschraubt?“) richtig deute. Daher mussten  Erklärungen sein, aber die liegen mir eh mehr als jeder Heimwerker-Aktionismus. So rechtfertigte ich die Bastelverzögerung a) mit dem Umstand, dass man einer Lampe eine Herumliegephase gönnen sollte, um ihr Akklimatisation in der neuen Raumheimat zu schenken (vor allem auf einem Klo). Und b) benötige ich eine gute mentale Vorbereitung, wissend, dass Montagen von Deckenlampen die Wahrscheinlichkeit auf einen Chiropraktiker-Notruf und ein Ausreizen meines sagenhaften Fluchrepertoires weit jenseits von *Grrmpffl dramatisch erhöht. Heute aber ist es so weit. Vielleicht. Ich muss nur einmal die Leiter holen ...

Solo „Abend mit einem Mannsbild“: 9. 5. Wien (Kattus-Keller), 21. 5. Wien (CasaNova), 12. 6. Wien (Studio Akzent).

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