Die Magie des Spiels
„Das wird alles von den Medien hochsterilisiert“, sagte einst der Stürmer Bruno Labbadia stil- und treffsicher. In der Welt des Fußballs werden wir stets daran erinnert. Die WM 2018 fand in Russland statt, die medial-moralische Kompassnadel eskalierte (aus guten Gründen). 2022 kam’s wegen Katar noch heftiger. Und 2026? Da formulierten sogar die letzten Romantiker ihren Zorn über die Offensichtlichkeit von Profitgier und Skrupellosigkeit.
Die Folge: Im öffentlichen Diskurs entstand eine Art Wettrennen, wer diese WM wohl eindrucksvoller boykottieren würde. Aber was geschah? Das Eröffnungsspiel Mexiko – Südafrika verzeichnete im ORF über eine Million Zuseher (die ZiB Spezial zum neu gewählten Papst hatte im Jahr davor kaum mehr). Und die Quoten bleiben in erstaunlichen Höhen. Was im Idealfall bedeutet: Am Ende siegt immer noch das Spiel. Und vielleicht ist die Magie des Besonderen wirkungsvoller als jede (Macht-)Politik. Daran glauben darf man ja. Oder wie es Lothar Matthäus sagte: „Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken.“
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