Hufnagls Ohrwaschl: Mount Everest - der höchste Stau der Welt
Namaste … die Saison ist eröffnet! 492 Genehmigungen für eine Expedition auf den Mount Everest wurden heuer vergeben – Rekord. 15.000 Euro kostet ein behördliches Go, das gesamte Event ca. das Dreifache. Und weil Chinesen und Nepalesen noch immer keine Seilbahn mit lustigem Sauerstoff-Abenteuerpark auf 8.848 Meter Höhe gebaut haben, offenbart der Bergsteiger-Extremismus Bilder vom Kletterstau. Als wäre morgen Feiertag und am Gipfel die Supermarktkasse.
Längst vorbei die Zeit der Himalaya-Pioniere, die über die stille Begegnung mit einer archaischen Naturgewalt philosophierten. Heute zählt kaum noch der Gedanke, Schritt für Schritt eine demütige Verbindung herzustellen – mit Sagarmatha, der „Stirn des Himmels“, wie der Everest in Nepal heißt. Für ein Selfie am höchsten Punkt der Welt nehmen Aufsteiger lieber in Kauf, während der Strapazen vor allem die Hintern der Vorderleute zu sehen. Wie sagen die Menschen gerne? Der Berg ruft! Und vielleicht ruft Sagarmatha: „Ihr seid wirklich von allen guten Geistern verlassen!“
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