Kolumnen
09/01/2019

Nach tödlichem Formel-2-Unfall: Zynische Debatten

Dass Rennsport eine höllisch gefährliche Angelegenheit ist, wissen die Hauptdarsteller, also die Fahrer, am allerbesten.

von Philipp Albrechtsberger

Der tödliche Unfall von Formel-2-Pilot Anthoine Hubert am Samstag in Spa hat in der Motorsportwelt Spuren hinterlassen. Die Nachwuchsserie sagte ihr zweites Rennen am Sonntag ab. Das war begrüßenswert. Junge Sportler brauchen in ihrer Entwicklung Schutz – wenn es sein muss von außen.

Eine Absage des Formel-1-Rennens, wie zumindest kurz angedacht, wäre jedoch nur schwer argumentierbar gewesen. Dass Rennsport auch noch im Jahr 2019 eine höllisch gefährliche Angelegenheit ist, wissen die Hauptdarsteller, also die Fahrer, am allerbesten. Sie sind es, die die Gefahren, die hinter jeder Kurve lauern, spüren – und sie folglich auch in Kauf nehmen.

Im Fall von Hubert war es schlicht Pech, als sein über die Strecke kreiselndes Wrack von einem nachfolgenden Boliden mit 270 km/h getroffen worden war. Zuvor betrauerte der internationale Motorsport zuletzt 2015 einen Toten an der Rennstrecke (Justin Wilson im IndyCar). Angesichts der Vielzahl an Rennen Wochenende für Wochenende ist der Motorsport eine erstaunlich sichere Disziplin.

An diesem Aspekt stören sich viele Außenstehende. Zu langweilig sei die Formel 1, zu reglementiert, wenn wieder Mal das Safety-Car voreilig auf die Strecke kommt. Gar zynisch wirkt im Lichte der jüngsten Ereignisse die Diskussion, ob der Cockpitschutz Halo ästhetisch sei.