6:12:09 oder 6:40:56 beim Marathon: Finisher, die anspornen

Marathonlaufen ist eine große physische und psychische Herausforderung. Jeder, der einen Marathon beendet – unabhängig von der Zeit – verdient Anerkennung und Applaus.
Elisabeth Holzer-Ottawa
Eine Menschenmenge rennt einen Marathon auf einer asphaltierten Straße entlang.

Der "Hauptpreis ist der Spaß" titelte der Ehemann Ihrer Kolumnistin vergangene Woche an dieser Stelle, da hat er schon recht. Er bezog sich auf Laufveranstaltungen, die derart boomen, dass sogar die Königsdisziplin, der Marathon, oft binnen kurzer Zeit ausgebucht ist.

Nun ist so ein Marathon für uns Hobbysportlerinnen und Hobbysportler kein Spaziergang. Über eine Distanz von 42,195 Kilometern auf den Beinen zu sein ist zäh.

Physisch, weil irgendwo auf der Strecke bestimmt irgendein Körperteil zu schmerzen beginnt, die Wade, das Knie, der Oberschenkel.

Trinkt man zu viel, schwabbelt es im Bauch (und man muss unweigerlich auf eines der wunderbaren Dixie-Klos entlang der Strecke). Trinkt man zu wenig, hat man das Gefühl, auszutrocknen.

Applaus für alle, die so eine Distanz durchstehen

Psychisch, weil unweigerlich das innere Faultier nachbohrt: Sag, weshalb genau tust du dir das eigentlich an?

Regelmäßig für einen Marathon zu trainieren, andere Hobbys hintan zu stellen und am großen Tag auch tatsächlich durchzustehen, ist eine Leistung. Egal, ob in einer Superhammerzeit gerannt oder gerade noch vor dem Schlussauto ins Ziel gekommen: Wer einen Marathon durchzieht, dem gebührt Applaus.

Ihre Kolumnistin ist bekanntlich eine Laufschnecke und hat dadurch zwangsläufig eine Affinität zu langsamen, aber hartnäckigen Läufern.

Inspiration und Ansporn

Jener Mann etwa, der beim Linz Marathon am 12. April mit 6:12:09 als Letzter die Ziellinie überquerte, und jener Läufer, der am Sonntag beim Wien Marathon mit 6:40:56 das Finish hinlegte, sind für die Kolumnistin Inspiration und Ansporn, es selbst erneut zu wagen. Einmal geht noch.

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