Jogger gegen Kinderwagen: So schnell wie ein Einjähriger
Wenn man kreuz und vor allem quer durch die Straßen von Graz rennt, ist die Wahrscheinlichkeit, auf bekannte Gesichter zu treffen, ziemlich überschaubar. Immerhin ist die Metropole an der Mur mit etwas mehr als 300.000 Einwohnern Österreichs zweitgrößte Stadt.
Und da ich erst seit vier, fünf Jahren regelmäßig hier verkehre, beträgt der Anteil jener Personen, die ich kenne rund 0,2 Prozent. Deshalb lief ich auch nichts ahnend vor wenigen Tagen die Mur entlang, als mich ein Herr mit einem Kinderwagen überholen wollte. Ich wollte schon sagen, dass dieses Außenbild für mich kein feines ist, wenn mich zwei Leute und davon ein aktiver gleichzeitig überholen.
Aber in diesem Moment sah ich, dass es ein Kollege war, der am ersten Tag seiner zweimonatigen Karenz seinen Einjährigen laufend durch die Grazer Gegend chauffierte. Und da ich selber auch etwas durch die Gegend schleppen musste (das eigene Gewicht), liefen wir neun, zehn Kilometer gemeinsam durch Graz. Wenn man sich schon beim Wirten nicht trifft ...
Betreuung
So kam es zum netten Plausch. Während wir Gasse um Gasse, Straße um Straße überquerten und ich wieder etwas von Graz erkunden konnte, machte der Kollege ein Bild von uns dreien und schickte es einem anderen Kollegen. Ich hatte meinen Spaß, bis ich las, was er darunter schrieb: „Heute mache ich nicht nur Kinderbetreuung, sondern auch Altersbetreuung in einem Aufwaschen.“
Kein Problem, der Schreiber dieser Zeilen hat Humor. Außerdem war es okay, dass der Kollege mit mir lief. Denn bei zwei Winterläufen in Graz hat er mich nach dem Grüßen stehen lassen und zog davon.
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