Marathon-Schallmauer: Jessas, was sind das für Zeiten?!
Unfassbar: Sabastian Sawe
Es ist ja ohnehin gigantisch, dass der Marathonrekord laufend eingestellt wird. Aber seit Sonntag laufen die Telefone heiß – jeder, der schon einmal mit der 42,195 km-Distanz näher in Berührung gekommen ist, will wissen: Geht denn das überhaupt?
Es ging, weil es einer lief. Der Kenianer Sabastian Sawe lief in London nicht nur als erster Mensch die Königsdistanz unter zwei Stunden, sondern blieb, weil er es besonders eilig hatte, gleich eine halbe Minute darunter. 1:59,30 lauten die fünf Zahlen, die in dieser Reihenfolge in die Geschichte eingingen.
Dennoch, selbst meine Wenigkeit als ein mit dem Laufsport seit 20 Jahren konfrontierter Hobby-Teilnehmer, hielt diese Fabelzeit zunächst für ein Märchen.
Unfassbare Daten
Denn die Durchschnittsgeschwindigkeit von Sawe betrug etwas mehr als 21 km/h, Sawe brauchte für einen Kilometer unter 2:50 Minuten. Das gelingt mir als bravem Mitläufer an hinterster Front nicht einmal, wenn ich die Hälfte mit dem Taxi absolviere. Und 21 km/h probierte ich in etwas jüngeren Tagen auf dem Laufband. Es gelang. Aber keine zwei Stunden, 20 Sekunden hielt ich mich tapfer auf dem Band wie ein Rodeoreiter auf dem Pferd. Danach war der Trainingstag beendet.
Auch wenn solche Zeiten – der Äthiopier Yomif Kejelcha blieb in 1:59,41 ebenfalls unter der „Schallmauer des Laufsports“ – die Zeiten des Laufsports auf den Kopf stellen und bald nicht mehr fassbar sind: Sie sind die Würze des Sports.
Nur eine Frage darf gestellt werden: Wohin geht (läuft) die Reise? Was darf noch erwartet werden?
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