Kolumnen
04/28/2019

Falsch ausgelegte Besitzansprüche

Bei der Austria hängt der Haussegen schief.

von Wolfgang Winheim

Felix Gasselich hatte im Europacup in Istanbul die Gegner einst schwindelig gespielt – ein Video von seinem Zaubertor kann auch 37 Jahre danach noch via YouTube bewundert werden.

Aktuell ist Gasselich Präsident des Austria-Legendenklubs und unbequemster Kritiker zugleich. „Die Austria-Damen von USC Landhaus trainieren mehr als unsere Herren Stars von der Kampfmannschaft“, behauptet allen Ernstes Austrias Jahrhundertschütze, der aber auch das Verhalten von violetten Extrem-Fans als einer Austria unwürdig empfindet.

Protestierer

Dass nach sieben Spielen das Warten auf den ersten Austria-Sieg die Anhänger wütend macht, ist nachvollziehbar;

... dass violette Radikalinskis mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln (letztlich erfolgreich) ein Cupfinale Rapid – Salzburg im Austria-Stadion (mit)verhindert haben, löst auch im Austria-Lager die unterschiedlichsten Reaktionen aus;

... dass sogar das österreichische Nationalteam anlässlich des Länderspieles gegen Schweden per Spruchbändern und Social Media als „unerwünscht in Favoriten“ erklärt wurde, geht schon gar nicht. Fehlt nur noch, dass Austria-Hardliner auch gegen das im Austria-Stadion stattfindende Finale in der Damen-Champions-League 2020 protestieren.

Warum der ÖFB als Veranstalter das Austria-Stadion bevorzugt und nach den Fan-Protesten am 1. Mai beim Cupfinale Rapidler und Salzburg lieber in Klagenfurt statt im Happel-Stadion gegen den Ball arbeiten lässt?

Weil die Gemeinde Wien als Happel-Stadion-Vermieter recht kühn sein kann, wie der ÖFB erst kürzlich zur Kenntnis nehmen musste, als für ein einziges Training der österreichischen U-19-Auswahl 11.000 Euro verlangt wurden. Das Argument: Das Prater-Feld hinter dem Betonoval musste bis lang nach Mitternacht überstundenintensiv spieltauglich gemacht werden.

Schuldenlast

Warum die Austria so oft wie möglich ihr Favoritner Stadion vermieten möchte? Auch das hat seinen finanziellen Grund. Nach dem (sehr gelungenen) Ausbau der violetten Generali-Arena gilt es noch Summen im siebenstelligen Bereich abzustottern. Solche Argumente zählen für die aggressive Abteilung auf der Favoritner Ost-Tribüne offensichtlich nicht. Womit sie ihren Feinden vom Rapid Block West doch sehr ähneln, zumal letztere nach wie vor die Bezeichnung Allianz-Stadion nicht akzeptieren. Der Sponsor soll zahlen und kuschen. Ein Motto, welches für Fußball-Ultras in ganz Europa Gültigkeit zu haben scheint.

Nur können jenseits vom Alpenkick die Traditionsklubs von Mitgliedergebühren Zigtausender profitieren. In der vermeintlichen Sportstadt Wien indes reichen die Eintrittsgelder der Austria-Hardcore-Fans grob geschätzt dazu aus, um den Spielbetrieb der tüchtigen Austria-Damen zu sichern.

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