Kolumnen
19.11.2018

Enttäuschte Hoffnungen

"Anstoß":

Fußball hat viel mit Emotion zu tun. Nicht nur auf dem Feld. Auch in den Stadien und vor allem vor den TV-Geräten lässt sich oft der gesunde Menschenverstand täuschen. Ein Fan setzt eben Hoffnungen in seinen Klub oder ins Nationalteam.

In Deutschland hielt der WM-Taumel so lange an, dass man nicht erkennen wollte, dass man inzwischen den Anschluss verpasst hatte. Umso größer schien die Häme, als man vier Jahre später zur Lachnummer wurde.

In Österreich war Marcel Koller 2015 der gefeierte Mann, weil Vater der ersten sportlichen EM-Qualifikation. Weil die WM verpasst wurde, wurde er schnell Buhmann. Dann kam Franco Foda. Und alles, was der Deutsche angriff, schien besser zu sein als das, was der Schweizer sieben Jahre getan hat. Koller setzte konsequent auf eine – seine – Spielphilosophie. Foda hingegen variierte mit seinen Spielsystemen. Weil die ersten sechs Spiele, allesamt Testspiele, gewonnen wurden, schien Foda alles richtig zu machen. Immerhin waren ja Russland und Deutschland unter den Geschlagenen.

Die großen Hoffnungen wurden aber durch biedere Auftritte in der Nations League enttäuscht. Und so zeigt sich, dass auch Foda kein Wunderwuzzi ist. Was er aber auch nie behauptet hat. Man sollte sich an ihn aber nicht nur erinnern, weil er Alaba im Team auch dort spielen ließ, wo er bei den Bayern spielt: als Linksverteidiger. Aber das war gegen Bosnien – in Belfast war’s schon wieder ganz anders.