Kolumnen
05/07/2021

Die Katze ist tot

Zum Beispiel Verkehrspolitik: Da geht noch ein bisserl was, so rein imagemäßig. Über eine Woche voller Ärgernisse.

von Barbara Mader

Oft versuchen wir an dieser Stelle, Geschichten zu erzählen und, wenn’s geht, damit zu unterhalten.

Diese Woche fällt das schwer. Es gibt so viel zum Ärgern. Beginnen wir mit dem Geringsten. Wenn, wie unlängst, ein Innenstadt-Cafétier, bevor er überhaupt aufsperren darf, schon in einer Zeitung darüber jammert, dass sich das ohne Touristen nicht rechne, no, dann werden wir Wiener wohl Abstand davon nehmen, dort unsere lang ersehnte Melange zu uns zu nehmen. Die Chinesen kommen bestimmt bald wieder.

Das zweite Ärgernis ist auch eine Verwunderung. Darüber, dass die Stadt Wien nun einen „Bereichsleiter für strategische Kommunikation“ geschaffen und den Posten ausgerechnet mit dem bisherigen Leiter der Pressestelle der SPÖ-Landespartei besetzt hat. Das hat einen schalen Beigeschmack. Jenen einer Partei, die glaubt, ihr gehöre die Stadt. Und bitte keine Verweise auf den Bund. In dieser Kolumne geht es um Wien.

Aber geben wir dem neuen Kommunikator eine Chance. Auf ihn warten viele Herausforderungen. Denn die jährlich wiederkehrende Story von der tollen Lebensqualität wird langsam fad. Ein bisserl was gegen ihr Betonierer-Image wird die Stadt schon tun müssen. Und auch gegen das der Retro-Verkehrspolitik. Oft beklagen wir an dieser Stelle, dass Nicht-Motorisierte es in Wien schwer haben. Zum Beispiel weil: Zu schmale Gehsteige, zur Hälfte von Schrägparkern verstellt, weil viele Autos heute größer als die Parkplätze sind. Und man schert sich wenig um Tempolimits. Die Bezirkspolitik zeigt Verständnis, sagt aber, die Stadt sei zuständig. Dem Besitzer der Katze, die nun an einer oft erwähnten gefährlichen Stelle überfahren wurde, wird’s wurscht sein, an wen er sich hätte wenden müssen. Ich habe das Tier am Straßenrand liegen gesehen. Für Katzenfans furchtbar. Aber wenn ich an die Kinder denke, die dort unterwegs sind, wird mir schlecht. Liebe Stadt, liebe Bezirke: Es braucht einen Schulterschluss für mehr Sicherheit im Verkehr. Um die Zuständigkeiten müsst ihr euch kümmern.

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