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Kolumnen
12/05/2020

Des Vögleins Wind

Wenn zurecht unbekannte Politiker den "Lercherlschas" im Mund führen

von Andreas Schwarz

Nun hat der zurecht weithin nicht bekannte Bundesrat Christoph St. den Satz getan: „Allerdings glaube ich, dass sich Herr Dollfuß gegen diesen Herrn Kanzler als Lercherlschas entpuppen würde.“ Der  Totalitarismus-Vergleich bedarf jetzt keiner näheren Betrachtung. Der Begriff Lercherlschas schon.

Der Schas ist die wienerische Umschreibung für die Flatulenz. Die Lerche ist ein kleiner Vogel. Der Diminutiv Lercherl malt einen besonders kleinen.

Lercherlschas umschreibt mithin eine Kleinigkeit, eine Geringfügigkeit, wie der Darmwind eines Vögleins.

Ornithologen sind allerdings uneins, ob Vögel überhaupt der Flatulenz fähig sind. Die meisten sind’s nicht, weshalb auch der Lercherlschas eigentlich ein absolutes Nichts umschriebe – wäre da nicht der Papagei, der dem Menschen alles nachmachen kann. Angeblich sogar das. Oft weiß er auch gar nicht, was er plappert. Das gilt wiederum auch – siehe oben – für manchen Politiker.

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