Kolumnen
09.08.2018

Bundeszaubereiminister

"Ohrwaschl": In Deutschland wurde eine„Elfenbeauftragte“ zurate gezogen, um ein Autobahnstück mit extremer Unfallhäufung zu entschärfen

In Deutschland herrscht heißluftbedingte Aufgeregtheit, weil die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr eine „Elfenbeauftragte“ zurate zog, um ein Autobahnteilstück mit extremer Unfallhäufung  zu entschärfen. Die Frau will bei einer Kontrollfahrt tatsächlich Kontakt mit „aufgebrachten Naturwesen“ aufgenommen haben, die sich „ihr Stück Natur zurückholen wollten“.

Wieso das eine Menge aufgebrachter Politikerwesen nach sich zog, ist unklar. In Island wäre das ein ganz normaler Vorgang (oder auch nicht, weil die Autobahn aufgrund der im Genehmigungsverfahren vorgebrachten Elfeneinwände bereits anders gebaut worden wäre). In Hongkong sind Riesenlöcher in Wolkenkratzern ganz normal – wie sonst kämen die Bergdrachen runter ans Meer?

Dennoch ringt man im Berliner Bundesverkehrsministerium nach Luft. Ein Sprecher: „Der Bund wird Elfenbeauftragte für die Verkehrssicherheit erst dann einsetzen, wenn Harry Potter zum Bundeszaubereiminister berufen wurde.“ – Halt! Den wollen wir in Österreich! Damit endlich Polizei-Einhörner auf den Straßen patrouillieren.