Kolumnen
06/06/2020

Auf nach Ibiza (2)

Wir Österreicher lieben die Untertreibung: Ka Schiache ned (= schoaf).

von Guido Tartarotti

Ibiza hat vieles verändert. Zum Beispiel die Politik. Statt Kurz heißt der Bundeskanzler jetzt ...  Kurz (okay, das war kein gutes Beispiel). Die Partei von H.-C. Strache heißt jetzt  Team HC Strache (die Abkürzung THC kann man auch als subtile Anspielung verstehen, bezeichnet sie doch den Inhaltsstoff von Marihuana).

Vor allem aber hat Ibiza die Sprache verändert.

So wissen wir jetzt z. B., was „Glock“ auf Russisch heißt (nämlich Glock). Phrasen sind in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen: Von „Zack, zack, zack“ bis „So sind wir nicht“.  Im Untersuchungsausschuss kam jetzt der schöne Satz hinzu: „Es war mit Sicherheit kein philosophischer Abend“ (und wir dachten schon, die haben über Kant, Hegel und das Höhlengleichnis disputiert).

Dieser Satz ist, wie hier gestern ausgeführt, vom Stilmittel der Litotes geprägt, also der rhetorischen Untertreibung. Das ist in Österreich sehr beliebt: „Die is ka Schiache ned“ heißt übersetzt: Bist deppert, die is schoaf.

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