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Die innere Ruhe von Michelle Hunziker

Michelle kann es, ein männlicher Hollywoodstar nicht - Humor bewahren und Gelassenheit zeigen.
Alexander Kern
TV-Moderatorin Michelle Hunziker

Nach langem Bemühen konnte ich endlich Michelle Hunziker interviewen. Das hat sich aus vielerlei Gründen gelohnt. Einer davon war die Weisheit in einem Nebensatz von schlichter Schönheit. „Wenn man eine Person ist, die in sich ruht und nicht provoziert werden kann, macht andere das sehr nervös“, sagte sie. Da habe ich mich innerlich verneigt vor solch seelischer Gelassenheit.

Das Leben hat ja jeden Tag eine neue Provokation parat. Hunziker hält dagegen und setzt auf Dankbarkeit und Karate. Spannende Kombi. Wut tut nicht gut, ist ihr Motto, das macht nur alt, womit sie schon wieder recht hat.

„Next question!“

Sofort musste ich an Ebon Moss-Bachrach denken. „Next question!!“, legte der mir verbal so schroff eine auf, dass in Los Angeles das Hollywood-Zeichen wackelte. Schon in der Serie „The Bear“ gibt Moss-Bachrach ein Häferl, gegen das Fußballtrainer Didi Kühbauer friedfertig wie Buddha wirkt. 

Was war passiert? Moss-Bachrach spielte erstmals in einem richtig großen Blockbuster. Superhelden, Millionenbudget, großes Kino. Nun, vom Mediengetöse überfordert, traf er auf einen motivierten Journalisten. 

Die Frage an ihn, launig, mit Augenzwinkern formuliert: Wenn Sie auf Ihre Anfangszeit als junger Schauspieler in New York zurückblicken, wie gefällt es Ihnen da heute, reich und berühmt zu sein? Die Antwort: Schweigen. Hysterisches Lachen. Schließlich: ein paar unschöne Sätze, die Stimmung im Kübel. Und ein erboster Anruf vom Filmverleih. Andere hätten auf die harmlose Frage mühelos vom harten Brot ihrer Anfänge erzählt. Michelle Hunziker etwa. Die steht im Einklang mit sich – und hat schon Thomas Gottschalk die Stirn geboten.

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