Der doppelte Prinz von England
Seit mich vor zehn Jahren in einer Bar ein Mann ansprach, ich hätte einen Doppelgänger, er kenne ihn, und dann schnell verschwand, quält mich eine Frage: Wer ist dieser geheimnisvolle Zwilling, wie lebt er und bekommt er im Mochis womöglich schneller einen Tisch als ich? Ich war elektrisiert von der Vorstellung, mein Double könne beanspruchen, was zweifellos mir zustünde. Und wünschte, ich könnte ihm Dinge übertragen, für die mein kluger Kopf schlicht zu wenig Zeit findet: etwa 11.158 eMails zu sortieren und zu löschen.
Nachdenken über all das musste ich, als ich von Anastasia Kostromitina gelesen habe. Sie wird als Doppelgängerin von Fußballstar Erling Haaland gefeiert. Modemarken möchten sie für Kampagnen buchen, das große Geld winkt. Aber ob so ein Dasein als Zwilling reizvoll ist?
Volles Haar und freie Drinks
Einmal interviewte ich das Prinz-William-Double Simon Watkinson. Als Lookalike fliegen Milliardäre ihn zu Privatpartys ein. Einmal wurde er auf einer Pferdekutsche samt Fake-Kate durch London kutschiert, die Polizei musste eskortieren. In England mache er nach der Arbeit den Abwasch, gehe dann aus, werde wie ein König behandelt und fahre heim – mit dem Bus.
Ich habe mich gefragt, ob den echten Prinzen ähnliche Gedanken beschäftigen wie mich: Wie es wäre, einen Tag mit dem Doppelgänger zu tauschen. William hätte wieder volles Haar, müsste sich nicht über die Royals ärgern. Und im Pub bekäme er jede Menge Drinks spendiert. Manchmal geht Watkinson mit anderen Doubles, also von Kate oder Harry, nämlich gerne einen heben: „Es ist jedes Mal ein Gemetzel.“ Nie wieder wäre William seinem Volk so nah.
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