Kolumnen
01/05/2019

2019 - streng dich an!

"ÜberLeben". Ich wünsche mir: Weltfrieden, Klimaschutz, keine Feindbilderpolitik, kluge AnführerInnen. Und für mich: Sterne und Unterhosenmodels.

von Guido Tartarotti

2019, jetzt streng dich einmal an. Denn was dein Vorgänger sich geleistet hat, war, gelinde gesagt, eine Frechheit. (Warum sagt man so oft etwas „gelinde“? Das Wort kommt sonst im Sprachgebrauch nicht vor ...). Ich kann mich an kein beschisseneres Jahr in meinem Leben erinnern. 2003 war auch übel, hielt sich aber noch halbwegs zurück.

Für das neue Jahr, das inzwischen schon erste Betriebsspuren aufweist, wünsche ich mir vieles, wenn nicht alles.

Für die Welt: Frieden und die Einsicht, dass der Klimawandel alle betrifft und sofortige Maßnahmen verlangt, wenn wir unseren Kindern und Enkeln keinen unbewohnbaren Planeten überlassen wollen. Wie sagte Kennedy nach der Kuba-Krise: „Wir bewohnen denselben kleinen Planeten, und wir sind alle sterblich.“

Ich wünsche mir, dass unsere Anführer ein Minimum an Vernunft ihr eigen nennen, oder, wie man angesichts mancher sagen muss, nicht komplett verblödet sind.

Ich wünsche mir, dass es viel mehr Anführerinnen gibt und dass es, bitte, demnächst tatsächlich völlig wurscht ist, welches Geschlecht oder welche Hautfarbe jemand hat, weil alle die gleiche Chance haben.

Ich wünsche mir, dass sich die Menschen nicht durch folgendes billige Konzept reinlegen lassen: Wenn es mir schlecht geht, geht es mir besser, wenn es einem anderen noch schlechter geht. Ich möchte keine Gesellschaft, die auf Spaltung beruht. Und ich möchte nicht, dass es in diesem Land wieder Sündenböcke gibt, die man „konzentrieren“ und „sonderbehandeln“ will. Was wurde aus den schönen Ideen „Solidarität“ und „Zusammenhalt“?

Und für mich wünsche ich mir heuer die Sterne. Nicht mehr, nicht weniger. Ich finde, sie stehen mir zu. Die Sterne, ein, zwei Wunder, und, wie es eine liebe Freundin einmal formulierte, „eine Horde brasilianischer Unterhosenmodels“. Ich bitte um Verzeihung, das war jetzt politisch unkorrekt.