Kiku
21.05.2018

War Dracula vielleicht eine Frau?

„Was wir im Dunkeln tun – A Musical Comedy“ - Studierende der Sunrise-Studios singen, spielen, tanzen zwei Mal im Wiener MuTh.

„Was haltet ihr davon wenn wir uns einfach auf die Suche nach frischem Blut machen?“, fragt die junge Vampirin Esmeralda. Sie und ihre beiden Schulkolleginnen Violet und Coco lernen erst die Grundlagen im Internat. Menschenkunde steht noch nicht auf dem Programm, das kommt erst Schuljahre später auf den Stundenplan. Zeit ist bei den fast Unsterblichen Untoten ja relativ viel vorhanden. Aber immer nur Blutkonserven in der Mensa? Schul- und Betriebskantinen sind bei deren „Insaßen“ auch in der „weltlichen“ Welt so eine Sache.
Violet kontert auf den Vorschlag allerdings mit dem Bedenken: „Wir wissen doch gar nicht, wie man richtig zubeißt. Das hatten wir bisher noch nicht in unserem Stundenplan.“

Studierende spielen Schülerinnen und Lehrerinnen

Nun, die drei gehen dennoch das Wagnis ein, verwickeln die Torwächterin, Werwölfin Retaa Mamaraschineski in deren Leidenschaft, ein philosophisches Gespräch und sie gewährt ihnen Ausgang. So weit der Beginn des recht schrägen Musicals „Was wir im Dunkeln tun – A Musical Comedy“ das Studierende des Konservatoriums Sunrise-Studios Ende Mai zwei Mal im Wiener Musiktheater (MuTh) aufführen werden. Der Kinder-KURIER durfte bei einigen Szenen bei Proben in den Tanzstudios in der Neubaugasse zuschauen. So bei jener, in der die drei Jüngst-Vampirinnen den in ein schrecklich-witziges Weihnachtssakko samt entsprechender Krawatte gehüllten Otto von Steck treffen. Einen Parade-Macho, der kein Nein und Stopp zu kennen scheint. Erstmals erkennen die Schülerinnen aber auch ihre Abwehrkräfte. Zum Blutbiss reicht's noch nicht, wobei sie in diesem Fall ganz schön froh sind – der hätt's auch nicht zu einem guten Vampir geschafft. 

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Lehrerin, Werwölfin, Vampirschülerin und Mensch Otto © Bild: Heinz Wagner

Frauenpower

Überhaupt ist hier Frauenpower angesagt, wenngleich sich sechs Phantasiegirls tänzerisch fast vor ihm teils auf dem Boden rekeln. Aber davon träumt er nur. 
„Schon immer wurden weibliche Wesen von männlichen Vampiren gebissen, nicht wahr? Überall auf der Welt. Und doch hört man nie von einem berühmten, weiblichen Vampir, seltsam – nicht wahr?“, fragt Esmeralda, setzt aber fort: „macht euch das A nicht irgendwie stutzig? … Das A im Namen Draculaaaaa.“
Worauf ein Song namens „Dracula was o Woman” folgt.

Die musikalische Bandbreite beschränkt sich nicht auf klassische Musical-Songs, sie umfasst Balladen ebenso wie Rock, Soul, Ska oder Reggea, Grupensongs – etwa des genannten Vampirinnen-Trios oder Soli wie eines von Lady Vamp, der Lehrerin für Fabelwesenkunde.

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Köchin (Elisa Gschwendtner) und Werwölfin (Amy Parteli) © Bild: Heinz Wagner

Humorvolles Spiel auch mit Klischees

Eine besonders humorvolle Rolle spielt die Internatsköchin, die eigentlich gern Starschauspielerin wäre – dort wo sie sich in diese Rolle hineinträumt jedoch beachtliche Text-Hänger spielt. Dafür durchbricht sie immer wieder die sogenannte vierte Wand – richtet sich direkt ans Publikum oder auch an die Regie.
Humorvoll werden auch menschliche Klischeevorstellungen über Vampire auf die Schaufel genommen: Mensch, er glaubt ja immer noch, dass er uns nur ein Stück Knoblauch hinhalten muss, und schon treten wir die Fluch an. Oder dass er uns nur ein Holzstück ins Herz rammen muss, und schon sind wir dahin. Er glaubt doch tatsächlich, wir hätten ein Herz. Ja?"
Vampira Violet: „Wir haben ein Herz.“
Lady Vamp: „Und wo sollte sich das befinden? Was du Herz nennst, ist unser Blutverteilungsorgan. Ja?“
Vampira Coco: „Aber warum fühlen wir dann noch immer? Wir fühlen Hoffnung, Angst, Freude...“
Lady Vamp: „Phantomschmerzen meine Unwissende. Wenn du einmal 250 Jahre alt sein wirst, dann spürst du das nicht mehr. Ja?“

Gefühle oder nicht

Und dennoch scheint die abgeklärte Lehrerin, die Gefühle, vor allem seitens der Werwölfin, abtut, vielleicht doch so etwas zu spüren. 
Das Stück endet übrigens mit zwei Schlüssen: Einem romantischen und einem realistischen – das Publikum wird aufgerufen, darüber abzustimmen, welchen es bevorzugt.

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Sechs Phanstasiegirls tanzen © Bild: Heinz Wagner

Infos: Was? Wer? Wann? Wo?

„Was wir im Dunkeln tun - A Musical Comedy“
Studierende des Konservatoriums Sunrise-Studios

1,5 Stunden; ab 10 J.

Libretto/Choreografie: Mike Loewenrosen
Musik: Michael Stark

Cast:
Vampir-Schülerinnen:
Violet: Sarah Zechner
Coco: Simona Milenková
Esmeralda: Michaela Nigsch

Köchin Brunhilde: Elisa Gschwendtner
Lady Vamp, Lehrerin für Fabelwesenkunde: Melanie Ott
Werwölfin Retaa Mamaraschineski: Amy Parteli
Otto von Steck: Elias Mühlbacher
Finnigan Fin, Werwolfgeister: Manuel Dreger
Haks, sein Komplize: Kristof Ertl

Nightdreamgirls: Susanne Erker, Sonja Pöschl
Vampiras: Nina Dafert, Sarah Gadinger, Nina Lang, Sadef Malik, Jeanne Reng, Sara Siedlecka
Phantasiegirls: Oona Brose, Susanne Erker, Antonia Hochleitner, Sonja Pöschl, Jeanne Reng, Viki Schachner

Co-Regie: Christina Piringer
Regieassistenz: Sonja Pöschl
Dramaturgie: Julia Kneussl
Dance Captain: Melanie Ott

Wann & wo?

28. und 30. Mai 2018
MuTh – Konzertsaal der Wiener Sängerknaben
1020, Am Augartenspitz 1  (Ecke Castellezgasse, früher: Obere Augartenstrasse 1E)
Kartenhotline: (01) 347 80 80
www.muth.at

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Probenfotos für "Was wir im Dunkeln tun  - A Musical Comedy"

Probenfotos von "Was wir im Dunkeln tun - A Musical Comedy

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Die jungen Vampir-Schülerinnen, die aus dem Internat abhauen: Violet (Sarah Zechner), Coco (Simona Milenková) und Esmeralda (Michaela Nigsch) ...

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... beim Singen ihrer Ballade...

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Die jungen Vampir-Schülerinnen Esmeralda (Michaela Nigsch), Violet (Sarah Zechner) und Coco (Simona Milenková) treffen außerhalb des Internats auf ihren ersten Menschen, Otto von Steck (Elias Mühlbacher)...

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Lady Vamp, Lehrerin für Fabelwesenkunde (Melanie Ott)

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Werwölfin Retaa (Amy Parteli)

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Köchin Brunhilde, die gern Schauspielerin wäre (Elisa Gschwendtner) und Werwölfin Retaa (Amy Parteli)

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Lehrerin, Werwölfin, Esmeralda und Otto von Steck

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Otto von Steck (Elias Mühlbacher) ...

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... und drei der sechs Tänzerinnen, "Phantasiegirls" - siehe die nächsten Fotos

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Sechs Phantasiegirls - Oona Brose, Susanne Erker, Antonia Hochleitner, Sonja Pöschl, Jeanne Reng und Viki Schachner - tanzen ....

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... in Ottos Traum...

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Nochmals die drei Vampirschülerinnen Violet (Sarah Zechner), Coco (Simona Milenková) und Esmeralda (Michaela Nigsch)...

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