Kiku
17.05.2018

„... komm reiß auch du ein paar Steine aus dem Sand...“

Ein bunter, vielfältiger Abend offener Mikrophone im Dschungel Wien anlässlich 50 Jahre nach 1968.

„Unter dem Pflaster, ja da liegt der Strand, komm reiß auch du ein paar Steine aus dem Sand...“ vor gut 50 Jahren wurde dieses Lied mit der Melodie eines Ohrwurms zu so etwas wie der Hymne des Auf- und Widerstands – ausgehend von den Demos Studierender und Arbeitender in Paris im Mai 1968. In den Jahr(zehnt)en danach immer wieder als „Sponti“-Hymne, Song spontaner Bewegungen zu hören, bildete er – auf dem Akkordeon gespielt und gesungen von Maren Rahman den Auftakt zum langen Abend der offenen Mikrophone im Dschungel Wien. Dort findet derzeit ein viertägiges Festival in Erinnerung an die 68er-Bewegung – mit Fokus auf was ist geblieben, was braucht’s davon heute und vielleicht auch noch in Zukunft – statt.

Der genannte Song begann im Hof und im Foyer, im Saal war die Publikumstribüne entfernt – Auditorium und Auftretende sollten einander auf Augenhöhe begegnen, so die Intention der Intendantin, Dschungel-Direktorin Corinne Eckenstein. Rahman legte im Saal, der von unterschiedlichsten bunten Plakaten, die Kinder und Jugendliche für den 3. Jugend-Friedens-preis gestaltet hatten, geschmückt war, an einem der Mikro noch mit einem Lied der stimmlichen Ikone der südafrikanischen Befreiungsbewegung, Miriam Makeba nach, um von Anfang an über den europäischen Tellerrand zu blicken.

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Bunte Vielfalt

Das passierte auch im Laufe des Abends – durch Auftritte etwa von Grace Latigo, Margaret Carter oder nicht zuletzt einem ganz spontan entschlossenen eines „Kurden aus Mezopotamien“. Die Bandbreite des Protest- und Widerstands-Abends reichte aber auch von mehrsprachigen jugendlichen Rednerinnen über den Beschwerde-Chor und die Omas gegen Rechts“ bis zu Rappern, Singer-Songwriter (Jonopono + Suzis) und kurzen theatralen Szenen. Eine davon nahm auch die Verspießerung so mancher Ex-Revoluzzer_innen sehr humorvoll aufs Korn. Die Auftretenden waren aber nicht nur kulturell, sondern auch altersmäßig breit gemischt – und gemeinsam strahlten sie aus, wir schwelgen nicht in Nostalgie, sondern wollen heute ein besseres Morgen ersingen, erspielen, erkämpfen...

Ein bisschen mehr Einblick bieten die folgenden Fotos – samt ihren Bildtexten.
Einen ausführlichen Bericht einer Jung-Reporterin über Diskussionsrunden am Abend davor findest du weiter unten!

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Fotos vom Abend der offenen Mikros

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Schon im Hof und dann im Foyer begann der Abend mit Maren Rahmann, die auf dem Akkordeon spielte und ...

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... die Sponti-Hymne "Unter dem Pflaster, ja da liegt der Strand" sang, was einige ältere Semester dazu brachte, mit einzustimmen...

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... Im großen Saal, der um seine Tribüne "befreit" wurde, damit Publikum und Auftretende einander auf Augenhöhe begegnen, sang Rahmann noch ein Lied von Miriam Makeba, um bewusst drauf hinzuweisen, dass rund um 1968 auch viele Befreiungsbewegungen in verschiedenen Gegenden der Welt sehr aktiv waren.

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Mit vor allem Masken, vor allem "tierischen" zog ...

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... der Beschwerde-Chor ein und ...

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... begann mit einem "nur" getröteten Lied bevor ...

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... textliche folgten, die dem Namen des Chores ...

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... gerecht wurden, von "Regt's eich endlich auf"...

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... über "willkommen in der neuen Republik", ...

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... bis zu einem performativem, in dem Gratis-"Zeitungen" lautmalerisch...

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... aufs Korn genommen werden...

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Zwei Jugendliche, die beim mehrsprachigen Redebewerb "SAG'S MULTI!" zu den Sieger_innen gehör(t)en hielten ihre Reden: Elif Duygu Sahan gegen Diskriminierung Homosexueller und ...

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... Himanshi Khetarpal darüber, dass Ungerechtigkeit an einem Ort, die Gerechtigkeit der ganzen Welt bedroh. Sie konzentrierte sich vor allem auf die Forderung nach Gleichberechtigung von Frauen und fokussierte dabei auf Indien.

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Grace Latigo, voll auf 68er adjustiert, ...

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... erzählte mit viel Witz und Selbstironie u.a. davon, dass ...

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... sie überintegriert sei, beispielsweise gerne sudere...

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... Christa (71), einst bei der witzigen Polit-Musikband "Drahdiwaberl", ...

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... erzählte sehr witzig davon, dass sie 1968 noch lange nicht, dafür ab rund 20 Jahre später politisch interessiert sei und gab Anekdoten zum besten, die sich auf ihre runden weiblichen Formen bezogen.

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Mit den meisten Applaus ernteten die "Omas gegen rechts" mit ihren (musikalischen) Auftritten.

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Vero sang - von Sebastian auf der Gitarre begleitet - ...

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... eine wundervolle Version des John-Lennon und Yoko-Ono Friedenslied-Klassikers "Imagine".

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"Theater Ansicht" zeigte einen kurzen Ausschnitt aus dem Stück "Um zwei beginnt die Revolution", das demnächst in diesem Theaterhaus zu sehen ist. ...

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... In einem absurd anmutenden Zirkus mit Eisbär und Prinzessinnen werden Fragen wie Ungerechtigkeiten und Gewalt angespielt.

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"Jonopono und Suzis" besangen ironisch den Konsumwahn und hießen alle herzlich willkommen zum Konsum des Revolutionslieder-Abends...

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Eine sehr witzige überaus selbstironische Szene legte ein Quartett auf die Bühne, die ja gleichzeitig auch Auditorium war: Ein alterndes 68er-Pärchen auf der Couch vorm Fernseher teils über das TV-Programm fluchend wird dank eines Besuchers, des Kräuter-Karli an die alten Kommune-Zeiten erinnert ;)

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einen Abschluss, wie er nicht besser sein hätte können, "zauberte" Margaret Carter mit einem Lied aus Südafrika "Wer hat Angst vor der jüdischen Mama" in den Raum. ...

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Jede/r Fremde solle doch willkommen sein, er/sie bringe Geschenke (Gift auf englisch) mit, auf dass in der Folge aus dem Zuwanderungsland ein "gifted land" (ein begabtes Land) werde...

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Noch einige Foto-Impressionen...

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