Ausschnitt aus dem Titelbild

© Renate Neubauer und Elçin Akşak-Kılıç

Kiku
08/21/2019

Kleiner großer Held: „Mişkê Pîçkole, das kleine Mäuschen“

Kurdisches bebildertes Märchen verpackt eine pädagogische Botschaft in eine poetische Geschichte.

von Heinz Wagner

Dieses Bilderbuch erzählt von einem Paradies namens Mäusistan und das vor 40.000 Jahren.  Titelheld ist ein Mäusekind, das (fast) nur unter seinem Spitznamen bekannt ist: Mişkê Pîçkole. Das ist kurdisch (kurmandschi) und bedeutet auf Deutsch: Kleines Mäuschen. Spitznamen haben auch all seine Geschwister und Freund_innen. Die reichen von Agir (Feuer), Bizê (Zicklein) über Haro (Schlimmer), Bizut (Feuriger) und Lezo (Eilende) bis zu Bulê (Bucklige).

Doch während alle anderen jungen Mäuse größer und größer werden, wächst Mişkê Pîçkole gar nicht. Diese Tatsache und damit auch der Spitzname belasten die nimmermüde Hauptfigur. Unser Mäuserich kann und will nie schlafen ­- aus Angst, irgendwas zu versäumen.

Eines nachts beschließt Mişkê Pîçkole, so könne es nicht weitergehen. Es müsse etwas geschehen, er brauche Hilfe. So bricht unser Held auf, um Onkel Maus zu besuchen. Dieser ist der beste und berühmteste Arzt für Hilfe gegen Leiden aller Art. Nicht nur für Mäuse, auch so manch andere Tiere kommen zu ihm. Natürlich ist der Weg dorthin kein einfacher, Abenteuer unterschiedlichster Art warten auf den Titelhelden des rund 40-seitigen Büchleins.

Geschichte für die eigene Tochter

„Schuld“ an der Geburt dieses Bilderbuches über die kleine und doch so große Maus war, dass die Tochter des Autors M. Gazi Kılıç nicht und nicht einschlafen wollte. Das wissbegierige Mädchen hatte Angst, etwas zu versäumen! Und so dachte sich der Vater ein Märchen aus, in das er die Botschaft, dass Schlaf wichtig und gesund ist, verpacken wollte. Inspirieren ließ er sich dabei von der Art traditioneller Märchen und Fabeln aus seiner kurdischen Heimat. Auch die vielen ganzseitigen Illustrationen sollten einen kurdischen „Anstrich“ bekommen.

Erzählt und verfasst hat der Autor die Geschichte (zunächst) in Kurmandschi. Das ist jene der kurdischen Sprachen, die von fast allen Angehörigen dieses auf mehrere Länder zersplitterten Volkes verstanden wird. Eigentlich wollte Kılıç das Buch auch zweisprachig veröffentlichen, das wäre aber zu teuer gewesen und so ist es (vorläufig) „nur“ auf Deutsch erschienen. Der Autor hofft nach wie vor auf eine spätere zweisprachige Veröffentlichung, wobei der Kurmandschi-Text in lateinischer Schrift (die Sprache existiert auch in arabischer Schrift – für Irak, Syrien und Iran) publiziert würde.

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M. Gazi Kılıç
Illustrationen: Renate Neubauer und Elçin Akşak-Kılıç

Mişkê Pîçkole, das kleine Mäuschen, ein kurdisches Märchen
ca. 40 Seiten
Novumverlag
17,90 €
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