Kiku
01.02.2019

Der Löwe hat mir erlaubt, Teil seines Lebens zu sein

Der Kinder-KURIER durfte Daniah de Villiers, die menschliche Hauptdarstellerin von „Mia und der weiße Löwe“ interviewen.

„Er war auch schon ganz am Anfang kein Spielzeug. Obwohl er wirklich noch ein ganz junger Babylöwe war, hatte er schon scharfe Krallen und Zähne“, erinnert sich Daniah de Villiers. „Aber der erste Moment als wir uns begegnet sind war so ein woooowhhhh.“

Die heute 15-Jährige, „fast schon 16“ spielt die menschliche Hauptrolle in dem Kinofilm „Mia und der weiße Löwe“, der Anfang Februar startete. Rund um den Start durfte der Kinder-KURIER die jugendliche Hauptdarstellerin telefonisch interviewen. Sie ist mit ihrer Familie vor fast vier Jahren von Kapstadt nach Johannesburg (nicht ganz 1.500 km entfernt) übersiedelt, weil dort gedreht wurde.

Drei Jahre begleitet

Der Film, ein Mix aus Spielfilm und irgendwie auch Doku, weil er neben der spannenden Handlung vor allem sowohl das Mädchen als auch den Löwen über einen Zeitraum von drei Jahren begleitet und die Entwicklung der tiefen Freundschaft der beiden zeigt. Die Spielfilm-Dramaturgie baut vor allem auf den Kampf Mias dagegen, dass Charly, wie der Film-Löwe heißt, verkauft und gar abgeschossen würde – samt abenteuerlicher Flucht der beiden in Richtung eines Reservats.

Daniah de Villiers hatte beim Casting dermaßen überzeugt, dass Regisseur Gilles de Maistre in einem Interview sagte: „Auf der Suche nach der richtigen Darstellerin haben wir uns in Südafrika über 300 Kinder angesehen, bis wir auf Daniah stießen. Als sie zum ersten Mal mit dem Löwenjungen in Kontakt kam, benutzte sie nicht etwa ihre Hände – wie die meisten anderen Kids –, sondern ihren Kopf. Unser Löwenexperte Kevin Richardson war sofort überzeugt, dass Daniah die Richtige ist. ... Meines Wissens ist das so noch nie zuvor versucht worden: Die Geschichte einer großen Freundschaft zwischen einem gefährlichen Raubtier und einem Mädchen zu erzählen, ohne Spezialeffekte einzusetzen.“

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Authentisch, ohne Trickaufnahmen

Diese Überzeugung der Filmcrew und vor allem des stets miteingebundenen anerkannten Löwen-Fachmannes „war dann auch für meine Familie so viel Motivation, dass wir gemeinsam übersiedelt sind. Auch meine Schwester hat mich da sehr stark unterstützt.“

Regisseur Gilles de Maistre hatte sich auf einen vom bekannte „Löwenflüsterer“ Kevin Richardson kommenden Gedanken eingelassen. So ein Film könne nur gut funktionieren, wenn die Dreharbeiten über einen Zeitraum von drei Jahren verteilt stattfinden. Nur so könne wirklich eine intensive Beziehung zwischen dem Mädchen und ein und demselben Löwen entstehen, was die Szenen der beiden wiederum authentisch werden ließ. „Es gab schon auch noch sicherheitshalber zwei andere Löwen im gleichen Alter und einige Szenen mit dem Babylöwen sind mit einer Löwin gedreht worden, aber Thor (so sein echter Name) war schon der Hauptlöwe.“

Nur die beiden Kinder und der „Löwenflüsterer“

Es war zwar von Anfang an klar, dass ganz am Anfang, dann ein halbes Jahr später sowie in der Folge jeweils im Abstand von ungefähr einem Jahr gedreht würde. Aber der Kontakt zwischen den beiden Kindern und dem Löwen musste ständig erfolgen, um ja keine Gefahr aufkommen zu lassen. Aus Sicherheitsgründen durften am Set nur drei Personen mit den Löwen interagieren: Die beiden jungen Hauptdarsteller_innen Daniah de Villiers und Ryan Mac Lennan, der ihren Filmbruder Mick spielt sowie Kevin Richardson, der Löwenexperte selbst.

„Drei Mal pro Woche immer so rund drei Stunden durfte ich mit Thor zusammen sein oder auch alle möglichen Arbeiten rund um ihn erledigen, Fleisch für ihn schneiden, ihn pflegen. Das war so eine großartige Erfahrung. Auch wenn der Abschied nach drei Jahren dann ganz schön hart war, bin ich echt sehr, sehr dankbar, dass Thor mir erlaubt hat, Teil seines Lebens zu sein. Jetzt darf ich ihn schon noch besuchen im Kevin-Richardson-Zentrum, aber richtige Interaktionen mit ihm wären heute doch schon zu gefährlich.“

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Singen, spielen und Geschichten erzählen

Schauspiel, insbesondere für Film ist DIE Berufsperspektive für die fast 16-Jährige, die auch schon in einer Reihe von südafrikanischen und US-Serien gespielt hat. „Schon als ich ganz klein war, ich weiß gar nicht mehr wie jung, hab ich gern geschauspielert und vor allem gesungen, immer und überall. Ich liebe Schauspiel und mag es, Geschichten zu erzählen.“

Im Alter von erst zehn Jahren bekam sie den Junior Grand Champion-Preis bei der Weltmeisterschaft der Performing Arts (darstellenden Kunst) in Hollywood. „Mia und der weiße Löwe“ war aber ihr erster Kinofilm und da gleich die Hauptrolle.

Die Schülerin liebt Sprachen – „Englisch, Afrikaans kann ich und Französisch lerne ich seit ein paar Jahren (im Film singt sie ein Lied in dieser Sprache – und das wirkt weit besser als die deutsche Synchronstimme) – ich spiel gern Tennis, aber am liebsten hänge ich in der Freizeit mit meinen Freundinnen und Freunden ab.“  

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