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© Julia Wesely

Kiku
03/25/2021

Als Hörender einen Schwerhörigen spielen

Gespräch mit Frederik Varga, der Lukas, einen schwerhörigen Buben spielt, der schwerst gemobbt wird.

von Heinz Wagner

Den schwerhörigen Lukas, der natürlich von der Rolle her sehr auf Beethoven selbst anspielt, gab der 12-jährige Frederik Varga. Deshalb drängte sich eine Frage natürlich jedenfalls auf:
Wie ist es als Hörender Sänger und Musizierender einen Schwerhörigen zu spielen?
Frederik Varga: Das war nicht sehr einfach, dafür musste ich schon ein bisschen üben – so zu tun, als ob ich nichts höre und mitbekomme, obwohl ich’s natürlich gehört habe. Sicher, ein Held in einer Fantasiewelt wäre einfacher zu spielen gewesen, aber ich liebe Herausforderungen und hab das sehr gerne gemacht. Und dann ja auch geschafft.

Verliebt in ein Horn

Mit so ungefähr fünf Jahren ist Frederik in die jüngste Gruppe der Penzinger Musikschule, den Nano-chor gekommen. Bald darauf begann er auch ein Instrument zu spielen, „zuerst Cello, weil das auch mein Vater und mein Bruder spielt, aber das hat mir nicht so gefallen. Bei Schnuppertagen wollte ich dann zuerst unbedingt Bratsche spielen aber bei einem zweiten Schnuppertag mit 6 ½ Jahren hab ich erste Posaune ausprobiert und dann das Horn entdeckt. In das hab ich mich total verliebt.“ Mit seinem Horn-Lehrer lernt(e) er viele Solo-Stücke und Etüden, aber auch Duette.

Mit der Musikschule hatte er schon zwei Musicals, „aber da war ich nur in Nebenrollen. Diesmal haben sie mich schon vor dem Schreiben des Beethovicals gefragt, ob ich diese Rolle spielen und singen will“.

Schwierig wurde es dann, als klar war, „dass wir es nicht wie sonst live aufführen können, dann haben die (die Leitung des ganzen Projekts, Anm. d. Red.) schnell umgeplant, daraus einen Film zu machen. Da ist dann effizient abgelaufen, wie haben unsere Texte gelernt, in der Zeit zwischen den Lockdowns wurde gedreht – natürlich nicht in der Reihenfolge des Stücks… Ich fand das sehr angenehm.“

In Berufswunsch bestärkt

Die Drehs der einzelnen Szenen haben Frederik noch bestärkt in seinen beruflichen Zukunftsplänen. „Mein größter Wunsch ist es, Schauspieler zu werden, am liebsten beim Film. Oder Musicaldarsteller auf der Bühne, weil das eher fröhlich ist. Nicht so sehr Oper, wo alle nur sterben…“

Auf die Nachfrage was mit seiner Liebe zum Horn sei, meinte der 12-Jährige: „Natürlich, wenn ich merke, damit gute Chancen zu haben, dass mir die Welt offen steht, dann würde ich das schon auch beruflich als Orchestermusiker, aber mit daneben Soloauftritten machen.“

Winterkind

Abseits des Beehovicals verrät der erst vor kurzem 12 gewordene Sänger, Musiker und Schauspieler „ich bin ein richtiges Winterkind und hab mich über den Schnee gefreut. Da war ich mit meinem besten Freund ein paar Mal rodeln auf den Steinhofgründen. Mit ihm spiel ich auch jeden Tag Computerspiele. Das mag ich echt, da kenn ich mich auch ganz gut aus.“

Lernen zu Hause sehr okay, aber …

Corona insgesamt „trifft mich nicht so viel. Ich finde die Schule nicht so spannend, am Computer zu lernen ist für mich entspannter. Allerdings vermisse ich die Freunde in der Schule.“ Frederik mag aber auch einige Schulfächer: „Turnen war echt cool. Und Musik, das ist bei uns im Musikgymnasium ja ein Hauptfach, mag ich auch und Englisch möchte ich auf jeden Fall anständig lernen.“

Alles verboten …

Lockdown mit all seinen Beschränkungen trifft Frederik noch bei Lieblings-Freizeitbeschäftigungen. Er spielt Handball und reitet gern. „Das ist ja jetzt alles verboten. Das finde ich sehr schade, aber da kann man halt jetzt nix machen. Wobei ich das beim Reiten nicht verstehe, die Pferde haben ja schon in der Box ohnehin viel Abstand und beim Reiten sowieso.“ Für Handball gibt’s vom Trainer Online-Anleitungen für Krafttraining, „damit wir nicht komplett untrainiert über den Winter kommen“.

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