Gesund
13.11.2018

US-Ärzte zeigen mit blutigen Bildern, was Schusswaffen anrichten

Die Mediziner stellen sich mit #ThisIsOurLane gegen die Waffenlobby und teilen drastische Fotos und Geschichten von Patienten mit Schusswunden.

Nach Anschlägen mit Schusswaffen – zuletzt nach der Schießerei in einer Bar in Kalifornien, bei der 13 Menschen ums Leben kamen – melden sich in den USA auch immer wieder Ärzte zu Wort, die sich für schärfere Bestimmungen für Waffenbesitz einsetzen. Die Waffenlobby NRA (National Rifle Association) reagierte darauf auf Twitter mit "stay in your lane", was so viel bedeutet wie "Kümmert euch um euren Kram". Die Antwort der Ärzte kam prompt: Unter dem Hashtag "ThisIsOurLane" posten sie auf Twitter Fotos und Erzählungen aus ihrem Alltag mit Patienten, die durch Schüsse verletzt wurden.

Der Tweet der NRA löste bei vielen Ärzten Wut aus. "Wenn Sie nicht gehört haben, wie das Herz eines Menschen unter Ihren Händen aufhört zu schlagen, können Sie uns nicht sagen, was wir tun sollen", meinte etwa der 42-jährige Unfallchirurg David Morris gegenüber der BBC.

Die persönlichen Geschichten und blutigen Fotos, die von Ärzten gepostet wurden, wurden bereits tausende Male geteilt. Auf Twitter wurde der Hashtag #ThisIsOurLane mehr als 70.000 Mal verwendet. "Die Menschen müssen die Realität der Dinge, mit denen wir zu tun haben, sehen. Zu oft bleiben wir bei den gleichen alten philosophischen Argumenten über Waffengewallt stecken", sagte Morris.

"Ich war wütend darüber, dass die NRA den Ärzten sagen würde, sie solle ,sich um ihren Kram kümmern. Es vergeht keine Woche, in der mein Leichenschauhaus das Blutbad nicht sieht, das sich aus dem einfachen Zugang der Amerikaner zu Waffen ergibt", erklärte die 49-Jährige Pathologin Judy Melinek der BBC. Sie hat mehr als 300 tödliche Schussverletzungen, darunter Kinder, die ins Kreuzfeuer geraten waren oder von ihren Eltern absichtlich getötet wurden, gesehen. "Niemand kennt den Tod von Schusswunden besser als forensische Pathologen. Wir sind buchstäblich als Experten für dieses Thema qualifiziert. Wir müssen uns äußern", kommentierte sie.