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Gesund
07/30/2019

Studie der TU Graz: 100 Millionen Bakterien in einem Apfel

Forscher der TU Graz haben herausgefunden, dass in einem Apfel 100 Millionen Bakterien leben - und das ist gut so.

Es klingt zunächst etwas unappetitlich: In einem Apfel befinden sich 100 Millionen Bakterien, wie Wissenschaftler der TU Graz nun herausgefunden haben. Die Ergebnisse wurden im Journal Frontiers in Microbiology veröffentlicht.

Doch die Mikroben sind äußerst gesund für die Darmflora des Menschen. Denn je größer die Artenvielfalt der Bakterien im Darm, desto besser. Die Immunabwehr wird gestärkt, antibiotisch wirkende Substanzen werden gebildet, womit Schädlinge abgewehrt werden. Das komplexe Zusammenspiel dieser Mikroorganismen schützt vor Allergien und chronischen Erkrankungen.

"Die Bakterien, Pilze und Viren in unserer Nahrung besiedeln vorübergehend unseren Darm", erklärt Biologin und Studien-Betreuerin Gabriele Berg. "Das Kochen tötet die meisten davon ab, deshalb ist rohes Obst und Gemüse eine besonders wichtige Quelle für Mikroorganismen im Darm."

Die meisten Bakterien haben die Forscher im Kerngehäuse gefunden. Wer also nur das Fruchtfleisch und die Schale isst, nimmt laut der Studie lediglich ein Zehntel der Mikroben auf. Empfehlenswert ist daher, das Obst mit Putz und Stingl zu essen.

Bio ist besser für den Darm

Die Forscher haben acht Äpfel der Sorte "Arlet" untersucht, vier davon stammten aus biologischem Anbau. Im Vergleich zu den konventionellen Supermarkt-Äpfeln wiesen sie eine deutlich vielfältigere Bakteriengemeinschaften auf. Allerdings wurden die Äpfel aus dem Supermarkt zuvor gewaschen, die Bio-Produkte nicht.

Bio-Äpfel drängen besser Krankeitserreger zurück

In den Bio-Äpfeln wurden außerdem Lactobacillus-Bakterien gefunden, die auch in probiotischen Joghurts verwendet werden. Für die Darmflora ist ein biologischer Apfel nach dieser Studie also gesünder für die Darmflora.

In den konventionellen Äpfeln wurden außerdem kleine Mengen vom Bakterium Shigella entdeckt. Diese Gattung kann Durchfälle hervorrufen. In den biologisch angebauten Produkten wurde Shigella nicht nachgewiesen. Die Forscher vermuten, dass der vielfältigere Mikrobenmix in dem Bio-Obst potenzielle Krankheitserreger besonders gut zurückdrängt.