Gesund
30.10.2018

Hunde können Malaria "erschnüffeln"

Die Tiere können darauf trainiert werden, die Tropenkrankheit bei Menschen aufzuspüren, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt.

Hunde könnten dazu ausgebildet werden, Malaria beim Menschen aufzuspüren – das zeigen erste Versuche von britischen Wissenschaftlern. Die Forscher fanden heraus, dass Hunde in Socken, die infizierte Kinder trugen, Malaria riechen können. Wenn es gelingt, die Tiere darauf zu trainieren, könnte das ein schneller und einfacher Test für die Tropenkrankheit sein. Die rasche Identifizierung von Personen, die mit dem Malariaparasiten infiziert sind, aber keine Symptome zeigen, ist wichtig, da sie mit Antimalariamitteln behandelt werden können und die Ausbreitung der Krankheit verhindert werden kann.

Die Forscher verwendeten Nylonsocken, um Proben des Fußgeruchs von scheinbar gesunden Kindern im Alter von fünf bis 14 Jahren in der Upper River Region von Gambia in Westafrika zu sammeln. Mit einem einfachen Finger-Prick-Test wurden die Kinder auch daraufhin untersucht, ob sie den Malariaparasiten Plasmodium falciparum im Blut hatten.

Mit den Sockenproben wurden dann in einem Labor in Großbritannien zwei Hunde, eine Labrador-Golden Retriever Cross namens Lexi und ein Labrador namens Sally, geschult, um den Geruch von Kindern mit Malaria-Parasiten von jenen zu unterscheiden, die nicht infiziert sind. Insgesamt wurden 175 Sockenproben getestet, 30 Kinder waren Malaria-positiv. Die Hunde konnten 70 Prozent der mit Malaria infizierten Proben korrekt identifizieren. Die Hunde konnten auch 90 Prozent der Proben ohne Malariaparasiten korrekt identifizieren.

Lebensbedrohliche Krankheit

"Obwohl unsere Befunde sich in einem frühen Stadium befinden, haben wir im Prinzip gezeigt, dass Hunde geschult werden können, Malaria-infizierte Menschen an ihrem Geruch zu erkennen“, sagte Steve Lindsay von der Universität Durham in Großbritannien.  

Malaria ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die durch Parasiten verursacht wird, die durch die Bisse von infizierten weiblichen Anopheles-Mücken auf Menschen übertragen werden.  Laut dem jüngsten Welt-Malaria-Bericht der WHO gab es im Jahr 2016 schätzungsweise 216 Millionen Fälle von Malaria, was einer Zunahme von fünf Millionen Fällen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Todesfälle lagen bei ungefähr 445.000, eine ähnliche Anzahl wie im Vorjahr.

Schnüffel-Hunde könnten laut den Forschern einen nicht-invasiven, tragbaren und schnellen Test zur Identifizierung von Malaria-Trägern bereitstellen und wären besonders nützlich in Umgebungen, in denen es nur wenige Individuen mit Malariaparasiten gibt. Die Bestätigung der Krankheit würde dann erfolgen, indem eine Blutprobe unter Verwendung eines Schnelldiagnosetests nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation entnommen wird.

Eine begleitende Studie untersuchte die Akzeptanz in Regionen Gambias, in denen Malaria verbreitet ist. Die Forscher berichten, dass die meisten Menschen der Verwendung von Hunden als Malaria-Tester wohlwollend gegenüberstanden.

Künstliche Sensoren

Seit der ersten Studie wurde ein dritter Hund, ein Spaniel namens Freya, ebenfalls auf Malaria trainiert. Co-Autor Professor James Logan, Leiter der Abteilung für Krankheitskontrolle an der Londoner Schule für Hygiene und Tropenmedizin, sagte: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Spürhunde ein ernsthafter Weg zur Diagnose von Menschen sein können, die keine Symptome zeigen, aber immer noch ansteckend sind.“

In Zukunft könnten künstliche Geruchssensoren entwickelt werden, um Malariaparasiten zu erkennen, aber bis dahin könnten trainierte Hunde eine nützliche Alternative an den Einfuhrhäfen sein. Zukünftige Studien werden aber benötigt, um zu sehen, ob Hunde Malaria im Geruch von infizierten Menschen aus anderen Teilen der Welt entdecken können, bevor die Tiere eingesetzt werden können, fügten die Forscher hinzu.