Gesund
05.11.2018

Hautkrebs-Todesfälle nehmen bei Männern weltweit zu

Bei Frauen ist die Zahl jener, die an malignem Melanom sterben, je nach Land konstant oder sinkt.

Die Zahl der Männer, die an einem malignen Melanom sterben, ist in der ganzen Welt gestiegen, während in einigen Ländern die Rate für Frauen konstant ist oder sinkt, wie aktuell vorgestellte Forschungsergebnisse belegen. Das maligne Melanom ist die gefährlichste Form von Hautkrebs.

Die britischen Forscher untersuchten weltweite Daten zu Todesfällen, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO gesammelt wurden, und konzentrierten sich dabei auf 33 Länder mit den zuverlässigsten Daten. Sie fanden heraus, dass die Melanom-Sterblichkeitsrate bei Männern in allen Ländern bis auf eines anstieg.

Am höchsten in Australien und Slowenien

Die Forscher untersuchten altersstandardisierte Sterblichkeitsraten von 1985 bis 2015, mit Fokus auf das maligne Melanom. Sie verglichen die Daten von Männern und Frauen im Zeitverlauf. In allen Ländern waren die Raten bei Männern höher als bei Frauen. Insgesamt wurden in Australien (5,72 pro 100.000 Männer und 2,53 pro 100.000 bei Frauen) und Slowenien (3,86 bei Männern und 2,58 bei Frauen) die höchsten durchschnittlichen Sterberaten innerhalb von drei Jahren nach Diagnose für den Zeitraum 2013 bis 2015 festgestellt, die niedrigste in Japan (0,24 Männer und 0,18 bei Frauen).

Die Tschechische Republik war das einzige Land, in dem die Forscher eine Abnahme der Melanom-Todesrate bei Männern feststellten, wobei zwischen 1985 und 2015 ein jährlicher prozentualer Rückgang von 0,7% zu verzeichnen war. In Israel und der Tschechischen Republik war der Rückgang der Sterblichkeitsraten bei Frauen am stärksten (23,4% bzw. 15,5%).

Sonne und Solarien

Die Arbeit wurde von Dorothy Yang, einer Ärztin des Royal Free London NHS Foundation Trust, Großbritannien, präsentiert. Sie sagte: "Der Hauptrisikofaktor für Melanome ist die übermäßige Exposition gegenüber ultravioletter Strahlung, entweder durch Sonneneinstrahlung oder durch Solarien.“ Trotz Bemühungen der öffentlichen Gesundheit, das Bewusstsein für Melanome zu fördern, hat die Häufigkeit von Melanomen in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Es gibt jedoch Anzeichen für eine Stabilisierung und einen Rückgang der Melanom-Sterblichkeit in Australien und Nordeuropa.

Es sei aber mehr Forschung notwendig, um den Grund für die häufigeren Hautkrebs-Todesfälle bei Männern zu verstehen. In der Zwischenzeit sind laut den Wissenschaftlern jedoch möglicherweise mehr Anstrengungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, die auf Männer abzielen, erforderlich, um das Bewusstsein für die Krankheit und das Verhalten in der Sonne zu schärfen.

"Es gibt Hinweise darauf, dass Männer sich seltener vor der Sonne schützen oder sich weniger mit Melanom-Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen befassen. Es könnten auch biologische Faktoren eine Rolle spielen“, sagte Yang. "Diese Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass das Melanom in den nächsten Jahren weiterhin ein Gesundheitsproblem sein wird, und wir müssen wirksame Strategien finden, um Patienten genau zu diagnostizieren und erfolgreich zu behandeln."