Körperarbeit hat immer mit Teamwork zu tun. Der Klient ist aktiv gefordert

© Kurier/Franz Gruber

Gesund
06/11/2019

Das machen Musiker und Tänzer, wenn es nicht rund läuft

Rolfing, Alexander-Technik, Grinberg und Feldenkrais - verschiedene Methoden, die helfen, die eigene Körperwahrnehmung zu schärfen.

von Dorothe Rainer

Körperarbeit ist der Übergriff für verschiedene Techniken, die sich darauf konzentrieren, den Körper ins Lot zu bringen und das Wohlbefinden zu stärken. Es handelt sich dabei um keine Therapien im klassischen Sinn und doch können die Behandlungen einiges bewirken.

Falsche Bewegungsmuster und Schonhaltungen, etwa nach einer Verletzung, oder lange starre Positionen wie vorm Computer können dazu führen, dass sich Muskeln, Gewebe und Bänder mit der Zeit verhärten und verkürzen. Diese Umstände führen früher oder später zu einer muskulären Disbalance und zu einer Verschlimmerung der Symptome.

Die Folgen sind Gelenk- und Rückenprobleme sowie eine höhere Verletzungsanfälligkeit. Ida Rolf, Frederick Alexander, Moshe Feldenkrais und Avi Grinberg haben jeder für sich Techniken entwickelt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die körperliche Gesundheit zu erhalten oder wiederzuerlangen, etwa nach Verletzungen oder Operationen. Ihre Zugänge sind unterschiedlich, das Ziel aber dasselbe.

Rolfing

Ida Rolf hat sich schon vor 70 Jahren im Bereich Faszien geforscht.

Feldenkrais

Moshe Feldenkrais war Physiker. Durch eine Knieverletzung hat er begonnen, sich mit dem Körper auseinanderzusetzen

Grinberg Methode

Avi Grinberg lehrt die Menschen sich selbst zu heilen

Alexander-Technik

Frederick Alexander war Schauspieler. Als er Stimmprobleme bekam, hat er begonnen sich mit Körperhaltung zu beschäftigen

Viele Methoden firmieren unter dem Begriff Körperarbeit, allerdings zählen die vier zu bewährten Klassikern, die besonders von Schauspielern, Musiker und Künstlern in Anspruch genommen werden, denn sie müssen mit ihrem Körper im Einklang sein, da er ihr Instrument ist.

Da können schon kleine Verspannungen dazu führen, dass der Ton nicht getroffen wird oder das Knie bei Spitzentanz versagt. Durch das Erlernen einer der Techniken kann man Symptome besser in den Griff bekommen oder Schmerzen verbessern oder gar nicht erst entstehen lassen. Mittlerweile wissen das aber nicht nur Menschen mit kreativem Hintergrund zu schätzen. Körperarbeit boomt sein einiger Zeit, vor allem als prophylaktische Maßnahmen lange fit und gesund zu bleiben.

Den vorgestellten Körperarbeitsexpertinnen und -experten ist es wichtig, dass man weiß, dass keine Methode eine notwendige medizinische Behandlung oder eine psychologische Betreuung ersetzen kann.

Keine ist ein Allheilmittel, jede für sich kann aber auf dem Weg der Gesundung oder der Gesunderhaltung einen wichtigen Beitrag leisten, allerdings nur wenn der zu Behandelnde auch aktiv mitmacht, denn ohne Eigenverantwortung geht es bei der Körperarbeit nicht.

Die Kosten für die Behandlungen hängen von unterschiedlichen Kriterien ab, wie Einzel- oder Gruppenstunde, der Qualifikation des Behandlers und Länge der Einheit. Sie müssen in der Regel selbst getragen werden.

Eine gute Methode und ein seriöser Behandler zeichnen sich durch eine zertifizierte mehrjährige Ausbildung aus und dass sie offen für den Dialog mit der Schulmedizin sind.

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