Genuss
11.05.2017

Woher das Fleisch bei McDonald's und Vapiano kommt

Gerne wirbt die Gastronomie mit Regionalität, das Fleisch bezieht der Großteil aber aus dem Ausland.

Regionalität ist das neue Bio – kaum ein Gastrobetrieb, der nicht mit regionalen Zutaten wirbt. Bei einer Umfrage von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten gaben allerdings sieben von zehn Unternehmen an, Geflügelfleisch aus dem Ausland zu beziehen. Mehr als jedes zweite Hendl wird in Österreich bereits außer Haus konsumiert. Indra Kley, Leiterin von Vier Pfoten Österreich: "Bisher wehrt sich der Gastro-Sektor gegen eine Kennzeichnung der verwendeten Produkte.Wir sehen aber eindeutig, dass verpflichtende Angaben im Gegenteil mehr als gerechtfertigt sind."

28 Betriebe, darunter Supermarkt-Restaurants, Fast-Food-Ketten, Autobahnraststätten, Caterer und große Restaurantketten, hatte die NGO angeschrieben und nach ihrem Angebot an tierischen Produkten und fleischlosen Gerichten befragt worden. Nur zehn zeigten Transparenz und gaben Auskunft: McDonald's, Merkur Restaurant, Radatz, Trzeniewski, Duran, Türkis, Vapiano, Spar Restaurant, Ikea, Starbucks und Wein & Co.

Bei McDonald's kommt das Rindfleisch aus Österreich

Fastfoodriese McDonald's bezieht lediglich das Rindfleisch aus Österreich, das Schweinefleisch kommt aus Deutschland, Huhn aus Ungarn, Niederlande und Deutschland. Vapiano bezieht das Rindfleisch aus Neuseeland und Huhn aus Deutschland.

Laut Vier Pfoten sind die Daten vor allem bei Geflügelfleisch aussagekräftig, denn die Unternehmer beziehen Huhn und Pute sehr oft aus dem Ausland. Hintergrund: Die Tierschützer argumentieren, dass sich so der österreichische Gast nicht sicher sein könne, ob die in Österreich geltende Tierschutzstandards eingehalten werden. Mit Ausnahme der Schweiz ist in allen Ländern die gesetzlich festgelegte Besatzdichte beim Geflügel höher als in Österreich.

Lediglich drei der Befragten gaben an, ausschließlich österreichisches Hendlfleisch zu verarbeiten.

"Viele Menschen essen also, ohne es zu wissen, Geflügel aus fragwürdiger Haltung", fasst Kley zusammen. "Das zeigt uns wieder einmal, wie wichtig eine umfassende Kennzeichnung auch bei der Außer-Haus-Verpflegung, besonders in der Gastronomie und in Großküchen, ist. Denn nur mit ausreichenden Informationen können Konsumenten bewusste Entscheidungen in Richtung Tierwohl treffen. Und das ist gleichzeitig ihr gutes Recht."