Das Palais Hansen am Schottenring 20-26 beherbergt heute das Luxushotel Kempinski.

© KURIER/Jeff Mangione

Studie
10/12/2016

Warum Restaurants in Hotels nicht funktionieren

Um Städter in Hotel-Restaurants zu locken, braucht es laut einer neuen Studie nicht nur einen eigenen Eingang.

von Anita Kattinger

Paris, New York, London – im Gegensatz zu den Metropolen der Welt schämt man sich in Wien noch immer, wenn man sagt, dass man in einem Hotel dinieren geht. "Früher hat man gesagt 'Man geht zum Gerer ins Korso', nicht 'Man geht ins Bristol", erzählt Wolfgang Rosam. Aber warum ist das so?

In Kooperation mit Nespresso präsentierte der Herausgeber des MagazinsFalstaffeine Studie zum Thema "Hotelrestaurant - Liebling oder Stiefkind". Die Ergebnisse zeigen ein deutliches Ost-West-Gefälle, denn unter den 500 Befragten sagt jeder Fünfte im Westen, er gehe einmal im Monat in ein Hotel-Restaurant essen, in Wien rutscht der Wert unter die 10-Prozent-Marke. Integral-Geschäftsführer Martin Mayr begründet dieses Verhalten mit der Nachfrage: "Am Land muss man mangels Angebot oft in Touristen-Hotels essen gehen. In Wien ist das Angebot größer." Die Hälfte der Befragten gibt an, zumindest einmal im Monat auswärts zu essen, wobei der Wert für Wien deutlich höher liegt: Hier bleibt der Herd bei zwei Drittel zumindest einmal im Monat kalt.

Die Vermutung, dass ein Gang durch die Hotel-Lobby abschreckend wirkt, bestätigt die Studie: Vier von Zehn wünschen sich einen separaten Eingang. Die Kategorien Service, Ambiente und Vielfältigkeit des Angebots sind entscheidend für die Restaurant-Wahl. Überraschend: Drei Viertel halten Restaurantführer für nicht wichtig. Allerdings verfügt jenes Viertel, das seine Informationen aus Restaurantführern holt, über ein deutlich höheres Haushaltseinkommen.

Frühstück für die Städter

Der Kaffeehersteller beteiligte sich deswegen an der Integral-Studie, weil er für die Gastronomie Vollautomaten herstellt. "Wir veranstalten heuer zum achten Mal die Nespresso-Gourmet-Weeks. Bisher ist uns ausgefallen, dass die Gault-Millau-Restaurants schnell ausgebucht sind, aber nicht die Hotels", erklärt Otmar Frauenholz von Nespresso.

Peter Knoll, Hoteldirektor des Palais Hansen Kempinski bestätigt die Studienergebnisse aus Sicht der Hotelerie und hat gegengesteuert: "Das Phänomen ist sicher nicht nur in Wien bekannt. Alleine von einem Hotelrestaurant könnte ich das Restaurant nicht profitabel halten. Anders als früher geht heute der Gast hinaus und will die Stadt kulinarisch selber erkunden." Aus diesem Grund probieren alle Hotels, die Städter in ihre Restaurants zu locken. Für das Hauben-RestaurantEdvard entschied sich das Hansen Kempinski für einen eigenen Eingang. Für klingelnde Kassen sorgt aber ein ganz anderes Angebot: "Die Wiener gehen bekanntlich gerne frühstücken. Wir bieten deswegen ein spezielles Langschläferfrühstück am Wochenende an. Es werden bei uns kaum 2er-Tische reserviert: Frühstück im Hotel ist eine Lebenserfahrung für die Familie geworden."
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