Salz & Pfeffer: Vincent

Foto: Jürgen Christandl

Die Restaurant-Kritik von Florian Holzer aus dem freizeit-KURIER. Diesmal: Vincent in Wien.

Das nicht unskurrile "Vincent" wurde vor fast 40 Jahren als Studentenlokal gegründet, hatte zwischenzeitlich schon drei Hauben und gilt seit jeher ein bisschen als Gourmet-Nebengleis. Das könnte sich mit dem jungen, seit vorigen Sommer hier tätigen Koch Peter Zinter dramatisch ändern. Denn der Mann, der zwar kaum große Stationen vorzuweisen hat, kocht entfesselt, kreativ und mit einer handwerklichen Akribie, wie man sie in Wien sonst selten findet: "Idee von Apfel und Karfiol", ein Sortiment an Schäumchen, Pasten, Cremes - ja, das ist Molekularküche, aber trotzdem toll. Ein perfektes Kalbsbries wurde von einem aromatischen Gemüse-Mosaik begleitet, großartig, dann gedämpfter Skrei (Winterkabeljau) mit Roten-Rüben-Ravioli und Erbsenpüree mit "Erbsenkresse" - gleichermaßen schön wie gut. Unbedingt muss man einen Fleischgang mit Zinters "Interpretation der Folienkartoffel" probieren, Bison, Entrecôte oder Lamm, egal. Denn der Star ist die Beilage (5-Gänge-Menü 58 €; 7 Gänge 75 €; 10 Gänge 98 €). Weinberatung und -begleitung durch Maître Mario Raaber sind erstklassig und fordernd, ein Genuss-Abenteuer, auf das man sich einlassen muss.

Vincent, Wien 2, Große Pfarrg. 7,
01/214 15 16, Mo-Sa 18-24, www.restaurant-vincent.at

aus: freizeit-KURIER vom 29.01.2100

Lesen Sie jede Woche in Salz & Pfeffer die Restaurant-Kritiken von Florian Holzer.

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