Genuss
18.11.2017

Salz & Pfeffer: Café Drei Husaren

Dort wo früher der Vorspeisenwagen rollte, der Pianist spielte und die Kreditkarte glühte, eröffnete nun ein wenig unvermutet die Traditions-Konditorei „Sluka“ eine Filiale.

Das Schild des ehemaligen Luxus-Restaurants prangt immer noch über dem Eingang, und das, obwohl die „Drei Husaren“ schon 2010 schließen mussten. Doch wo früher der Vorspeisenwagen rollte, der Pianist spielte und die Kreditkarte glühte, eröffnete nun ein wenig unvermutet die Traditions-Konditorei „Sluka“ eine Filiale. Wobei Filiale etwas untertrieben ist: Tatsächlich wurde das alte Café „Zwieback“, das sich in den 20er-Jahren hier befand, rekonstruiert – mit Marmor, mit atemberaubendem Glas-Plafond und einem goldenen Spiegel-Oktogon. Absolut prachtvoll! Und auch wenn die glamouröse Küche der „Drei Husaren“ da durchaus ins Ensemble gepasst hätte, man entschloss sich für Kaffeehaus mit Konditorei-Schwerpunkt, erklärt Geschäftsführer Bernd-Gerald Reiter. Schade, aber okay, immerhin sind auch die legendären, mit Aspik überzogenen Sluka-Schinkenrollen trotz „innovativer“ Füllungen so retro, dass sie schon wieder Kult sind (10,– €), an einer so kräftigen Gulaschsuppe wie hier kann niemand etwas aussetzen (5,90 €) und der Toast Imperial mit Prosciutto, Räucherkäse und Rucola war keinesfalls der schlechteste Snack, den man in der Innenstadt bekommen kann (7,75 €). Die Hauptrolle spielen aber ohnehin die Süßspeisen, etwa die legendäre Jubiläumstorte, der Zauner-Stollen oder die sagenhaft zarten Maroniherzen (die vor zwei Jahren einen Maroniherzen-Test des Gourmet-Magazins À la Carte gewannen ...). Wenn sich die Menschen beim demnächst nebenan eröffnenden Apple-Store dann um ihr neuestes iPhone anstellen, können sie sich wenigstens gleich genussvoll stärken ...Café Drei Husaren, Wien 1, Weihburgg. 4, Tel: 01/512 49 63-503, Mo-Sa 8.30-20, So 10-18,www.sluka.at/kaerntnerstrasse

Max.
Küche 24 35
Keller 5 10
Service 14 15
Atmosphäre 15 15
Preis/Wert 14 20
Familie 3 5
75 100

florian.holzer@kurier.at