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Vegan
09/25/2014

McDonald's: Hamburger ohne Fleisch

Ein Hamburger ohne Fleisch – McDonald's möchte veganes Fastfood verkaufen.

von Anita Kattinger

Die Speisekarte bei McDonald's klingt für Vegetarier und Veganer wenig verlockend. Lediglich ein Veggie-Wrap, Pommes Frittes und Salate stehen hier zur Auswahl – das war's. Zwar versuchte sich der Fastfood-Riese schon bisher an vegetarischen Burgern, allerdings mit mäßigem Erfolg hierzulande. McDonald's Österreich will diese kulinarische Niederlage nicht akzeptieren.

Vergangene Woche bat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Sensor (bekannt durch die Mitarbeiter auf der Mariahilfer Straße) im Auftrag des Fastfood-Giganten 30 Veganer und Vegetarier jeden Tag zu einer Blindverkostung. Wie der KURIER exklusiv von drei Teilnehmern erfuhr, tischte McDonald's zwei vegane Burger, einen vegetarischen Burger und fleischlose Chicken McNuggets auf.

Chicken McNuggets ohne Fleisch

Der vegetarische Burger soll "geschmacklos und fad" geschmeckt haben, die beiden veganen Burger hingegen "sehr gut": Diese sahen wie der klassische Rindfleisch-Hamburger aus und hatten die selben süßen Burger-Brötchen. Als Fleischersatz dienten Soja-Laibchen, die rein optisch als knuspriges "Rindfleisch" durchgingen. Für die Verkoster erinnerte "die faserige Konsistenz tatsächlich an Fleisch". Die Testpersonen kritisierten jedoch die "Austattung": Ein Burger wurde mit kleinen Zwiebelstücken, Senf und Gurkerl aufgepimpt, der andere mit Chilisauce und Salatschnipseln. "Definitiv zu wenig Gemüse", so ein Teilnehmer.

Sensor befragte die Teilnehmer auch nach dem Anforderungsprofil, das vegane Burger zu erfüllen hätten. Einige der Befragten gaben an, dass der Fleischersatz keinesfalls auf dem selben Grill wie die Fleischlaibchen in den Filialen zubereitet werden dürfe. Klingt logisch, könnte für kleine McDonald's-Standorte tatsächlich ein kleines Platzproblem sein.

Wer steckt hinter den Rezepten?

Bei so viel Experimentierfreude kommt natürlich die Frage auf, wer hinter den veganen Rezepten steht. Laut gut informierten Kreisen fragte die Fastfood-Kette zwar bei mehreren Produzenten an, hinter den veganen Burgern steht aber der prominente, vegan lebende Gastronom Karl Schillinger vom gleichnamigen Restaurant in Großmugl. Auf Anfrage des KURIER wollte Schillinger das Engagement nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren. Angeblich soll das vegane Fastfood bereits in den nächsten Wochen in Testfilialen in Wien verkauft werden.

In Österreich liegt der Anteil der Vegetarier bei 5 Prozent, 0,5 Prozent leben vegan (kompletter Verzicht von tierischen Produkten). In der Bundeshauptstadt liegen die Werte hingegen bei 7 und 0,7 Prozent.

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