Genuss
05.04.2017

Kochlöffel, die nach Wein schmecken

Ein österreichisches Start-up fabriziert aus nicht mehr gebrauchten Weinfässern Kochlöffel: Die Trauben-Aromen sollen so beim Kochen von speziellen Gerichten wie Risotto weitergegeben werden.

Jeder Löffel ist ein Unikat: Michael Mass kam vor zwei Jahren auf die Idee Köchlöffel aus alten Weinfässern zu machen, als er den Tipp bekam, Kochlöffel nicht im Kochtopf zu lassen. "Ich sah eine gute Flasche Rotwein neben dem Topf", erzält Mass. "Und antwortete: Wenn der Kochlöffel aus einem Weinfass kommt, in dem ein edler Wein gereift und hergestellt wurde und der dann sein Aroma entfaltet, dann würde jeder den Löffel drinnen behalten wollen."

Früher war der Kochlöffel so wertvoll, dass er über Generationen hinweg weiter vererbt wurde. Mass wollte an diesen Hintergrund anknüpfen und entwickelte das Konzept vonTheCookingSpoon: Kochlöffel sollten aus alten Weinfässern hergestellt werden, so wären Köche wieder stolz auf ihren Besitz.
Jeder Kochlöffel erzählt seine eigene Geschichte: von dem Wein, der im Fass gereift ist und von dem Holz, aus dem er gschnitzt wurde. Billig ist das nachhaltige Küchenutensil mit 95 Euro keinesfalls.
An jedem Löffel arbeiten Tischler rund eine Stunde. Im steirischen Weinhügelland und am Fuße des Rosaliengebirges in Niederösterreich sind zwei Tischlereien mit der Produktion beauftragt: Das Holz eines Weinfasses ist zwischen 120 und 150 Jahren alt, erst dann wird die Eiche gespalten zu einem Fass verarbeitet. Bis zu zehn Jahre ist dieses dann in Verwendung, um Wein darin reifen zu lassen. Rund 25 Löffel lassen sich aus einem Fass herstellen.