Genuss
03.08.2017

Warum Milch nicht in die Kühlschranktür gehört

Lebensmittel wie Milch sollten angesichts der hohen Temperaturen dieser Tage besser nicht in der Kühlschranktür aufbewahrt werden. Brot hingegen verdirbt im Kühlschrank schneller als bei Raumtemperatur. Tipps, wie Sie den Kühlschrank am besten einräumen.

39 Grad könnte es am Donnerstag im Osten Österreichs bekommen – empfindliche Lebensmittel verderben bei hohen Temperaturen schneller. Schwere Lebensmittelvergiftungen können Magenkrämpfe, Durchfall und Erbrechen zur Folge haben, für Risikogruppen wie Schwangere und Ältere können diese sogar lebensbedrohlich sein. Das Forum Ernährung hat angesichts der hohen Temperaturen bereits darauf hingewiesen, dass sich durch richtige Lagerung von Speisen, gründliches Händewaschen und den Austausch von Küchenutensilien Lebensmittelinfektionen vermeiden lassen.

Auch wenn das Frühstück am Balkon dazu verleitet, sollten Lebensmittel niemals in der Sonne schwitzen, denn Mikroorganismen wie Salmonellen und andere Bakterien vermehren sich bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit besonders gut. Warme Speisen sollten laut Experten bei Temperaturen von über 65 Grad heiß gehalten bzw. innerhalb weniger Stunden auf unter 7 °C abgekühlt werden. Bei unter 10 Grad vermehren sich Keime weniger schnell: Selbstgemachte Speisen mit rohen Eiern sollten nicht länger als einen Tag im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Bei der richtigen Lagerung im Kühlschrank kommt es allerdings auf die Temperaturzonen im Kühlschrank an: Wer sich nicht auf die Kühlfunktion des Kühlschranks verlassen will, kann mithilfe eines Wasserglases mit Thermometer die Temperatur überprüfen. Im oberen Teil des Kühlschranks hat es zwischen sechs und acht Grad, hier dürfen also nur konservierte Lebensmittel aufbewahrt werden. Im mittleren Teil schwankt die Temperatur zwischen vier und fünf Grad, passend für Milchprodukte wie Käse und Milch. Die Kühlschranktür ist für Milch deswegen ungeeignet, da durch das ständige Öffnen die Temperatur sehr stark schwankt. Da es im Türbereich wie im oberen Bereich rund acht Grad oder sogar mehr hat, sollten hier wirklich nur Getränke, Marmeladen oder Fertigsaucen gelagert werden.

Übrigens sollten niemals warme Speisen in den Kühlschrank gestellt werden, denn kalte Lebensmittel, die bereits im Kühlschrank abgekühlt sind, speichern Kälte. Ein voller Kühlschrank ist also ein Kälteenergiespeicher.

Darf Brot in den Kühlschrank?

Viele Konsumenten fragen sich angesichts der hohen Temperaturen, ob es nicht am besten wäre, alle Lebensmittel im Kühlschrank zu lagern. Die Antwort lautet nein.

  • Brot gehört nicht in den Kühlschrank: Die Kälte würde es austrocknen. Damit Brot in der Brotdose nicht schwitzt, sollte es nicht in Plastik eingehüllt sein, allerdings braucht es Brotdosen ohne Luftlöcher – so bildet sich nicht so leicht Schimmel.
  • Karfiol, Brokkoli, Lauch, Karotten, Salate, Spargel und Beerenobst halten im Gemüsefach am längsten.
  • Äpfel, Bananen, Mangos, Zitrusfrüchte, Melanzani, Gurken, Ingwer, Kartoffeln, Paprika, Paradeiser und Zwiebel sollten lichtgeschützt bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.

12 Lebensmittel, die nicht in den Kühlschrank gehören

Sie wundern sich, warum die Zitrone im Kühlschrank so hässliche Flecken bekommen hat? Hier die Antwort:

Erdäpfel

Erdäpfel gehören auf keinen Fall in den Kühlschrank, auch nicht ins Gemüsefach. Da Kartoffeln bei Lichteinfall grün werden und die grünen Teile das Pfanzengift Solanin enthalten, braucht das Gemüse absolute Dunkelheit. Am besten in einer kühlen Speis oder im Keller lagern.

Tipp: Erdäpfel produzieren Ethylen und sollten daher nicht neben anderem Obst und Gemüse lagern, da dieses sonst schneller reift bzw. verdirbt.

Kaffeebohnen

Kaffeebohnen sind sehr empfindlich: Durch Kühlschrank-Kälte verlangsamt sich zwar die Verflüchtigung von Aromen, jedoch nimmt Kaffee Feuchtigkeit und fremde Aromen auf. Deswegen eignet sich für die Lagerung am besten eine Vorratskammer. Generell sollten Kaffeebohnen nach dem Öffnen binnen sechs Wochen aufgebraucht werden. Sauerstoff, Feuchtigkeit, Wärme und Licht beschleunigen den Geschmacksverlust. Danach muss die Kaffeepackung gut verschlossen werden oder der Kaffee wird in ein luftdichtes Gefäß umgefüllt.

Tipp: Sie können Kaffeebohnen einfrieren! Wenn man sie auftauen möchte, dann am besten in einem verschlossenen Gefäß. Einmal aufgetaute Kaffeebohnen sollten nicht wieder eingefroren werden.

Unreife Avocados

Avocados reifen bei Zimmertemperatur und in Zeitungspapier gewickelt nach. Wer sie aber in den Kühlschrank legt, stoppt den Prozess und muss die Avocados bald verzehren. Da das exotische Gemüse zu den Ethylen-Produzenten gehört, sollte es nicht neben anderem Obst und Gemüse gelagert werden.

Knoblauch

Knoblauch muss zwar kühl, trocken und dunkel gelagert werden, aber Kühlschrank-Kälte mag er nicht. Am besten eignen sich Keramiktöpfe, die mit einem Deckel verschlossen werden können und Löcher für eine ausreichende Sauerstoffzufuhr haben.

Tipp: Knoblauchzehen sind länger haltbar, wenn sie in Öl eingelegt werden.

Olivenöl

Bei Temperaturen unterhalb von 7 Grad wird Olivenöl flockig oder fest. Zwar leidet der Geschmack nicht darunter, aber für die weitere Verwendung sind die Kristalle hinderlich. Bei diesen handelt es sich lediglich um Wachse aus der Olivenschale. Olivenöl am besten wie Wein lagern: gut verschlossen an einem dunklen und kühlen Ort (optimal sind zwischen 10 und 16 Grad).

Haltbarkeit von Olivenöl:

  • warm, lichtgeschützt, luftgeschützt: mehrere Monate
  • kühl, lichtgeschützt, luftgeschützt: mehrere Jahre

Zwiebel

Zur Lagerung von Zwiebeln braucht es wie bei Knoblauch einen kühlen, trockenen und dunklen Raum. Keramiktöpfe mit Löchern eignen sich für die Aufbewahrung.

Tipp: Zwiebel können zu Zöpfen geflochten und aufgehängt werden.

Bananen

Bananen mögen es, wenn sie bei über 16 Grad gelagert. Unreife Früchte reifen im Plastiksackerl bei Zimmertemperatur nach.

Brot

Brot altert im Kühlschrank viel schneller als bei Raumtemperatur: Es lässt sich zwar einfrieren, kann aber nicht im Kühlschrank gelagert werden, da die Kälte es rasch austrocknen würde. Brot am besten bei Raumtemperatur in Kunststoff oder in Steingut- und Keramiktöpfenohne Luftlöcher lagern. So bildet sich nicht so leicht Schimmel.

Tipp: Je heller das Brot, umso schneller sollte man es verbrauchen.

Honig

Wenn Sie Honig richtig lagern, ist dieser unbegrenzt haltbar: Faktoren wie Licht, Wärme oder Feuchtigkeit beeinflussen die Qualität und können die Haltbarkeit stark mindern. Darum muss Honig dunkel, kühl und trocken gelagert werden. Da es im Kühlschrank oft zu feucht ist, und Honig Wasser anzieht, kann die Feuchtigkeit dem Honig schaden.

Tipp: Wenn Honig fest geworden ist, kann er in einem Wasserbad verflüssigt werden.

Zitrusfrüchte

Wie Bananen brauchen auch Zitrusfrüchte warme Raumptemperatur: Bei Kälte bekommen sie Flecken oder verschrumpelte Schalen. Zitrusfrüchte lagern Sie am besten bei Zimmertemperatur in einer schattigen Ecke: Die Früchte unbedingt in einer offenen Obstschale lagern.

Gurken

Gurken sind aufgrund ihres hohen Wasseranteils kälteempfindlich. Obwohl sie selber Ethylen produzieren, sind sie selbst empfindlich und werden rasch runzelig, wenn sie in der Nähe von Paradeisern oder Erdäpfeln aufbewahrt werden.

Paradeiser

Anders als Kürbisse oder Äpfel lassen sich Paradeiser über den Winter nicht lagern. Grün geerntete Paradeiser reifen im Gemüsefach (rund 10 Grad) nach – geringere Temperaturen vertragen sie allerdings nicht. Wenn Paradeiser außerhalb des Gemüsefachs gelagert werden, schrumpfen diese zusammen. Paradeiser wegen ihres Ethylens niemals neben empfindlichem Obst wie Äpfel oder Bananen lagern.

Tipp: Wenn das Gemüsefach bereits voll ist, und Sie die Paradeiser haltbar machen wollen, dann können diese gewürfelt oder im Ganzen eingefroren werden.