Wo so viel Geld im Spiel ist, sind Betrüber nicht weit: Chateau Pétrus aus dem gehypten Jahrgang 2000.

© Reuters/BOBBY YIP

Vor Gericht veurteilt

Der Meister der gefälschten Weine

Ein Hochstapler verdiente mit gefälschten Weinetiketten Millionen von Dollars. Jetzt wurde er von einem New Yorker gericht verurteilt. Höchststrafe wären 20 Jahre.

12/30/2013, 06:00 AM

Die Geschichte ist ja wie ein Hollywood-Drehbuch. Und vielleicht macht auch einer wie Steven Spielberg ein Sequel von "Catch me if you can" daraus. Es ist die Story eines Hochstaplers, der in der amerikanischen und internationalen Weinszene Millionen verdiente. Millionen mit Weinen der Hochpreisregion. Leider waren die Etiketten der teuer gehandelten Flaschen gefälscht.

Rudy Kurniawan ist ein aus dem Nichts aufgetauchter indonesischer Geschäftsmann. Auf Weinauktionen, wo ganze Kisten von Chateau Pétrus oder Romanée Conti um die Preise einer Insel in der Südsee die Besitzer wechseln, tat er sich mit auffallenden Beiträgen hervor. Die Weinhandelsszene ist knallhart, aber eben auch offen für Blender. Kurniawan gab Verkostungen. Seltene und kaum leistbare Tropfen wurden kredenzt. So hantelte er sich bei den Weinfreaks von einem zum nächsten, bis er schließlich ganz oben in den Kreisen angekommen war, wo die wirklich argen Weine aus den wirklich argen Jahrgängen um ein Geld getrunken und gehandelt werden, das ein Normalsterblicher in zehn Leben nicht verdient.

Hier treffen sich reiche Amerikaner, Russen, Inder und Chinesen, um eine Kiste (oder Flasche) von Pétrus, dem raren Merlot aus dem Pomerol aus dem sagenumwobenen Jahrgang 1945, zu erwerben. Hier wird das große Geld gemacht. Kurniawan machte das große Geld. In Kurinawans Haus in Kalifornien sah es in der Küche aus wie in einer Szene aus "Schweigen der Lämmer". Hier fertigte Kurniawan nahezu perfekt gefälschte Etiketten seltener Weine an, behandelte die Korken, tat alles, was eine Flasche authentisch und glaubhaft aussehen lässt, als stamme diese wirklich aus der Zeit, in welcher der bestimmte Jahrgang abgefüllt wurde.

Kurniawan trank nicht nur selbst teure und gute Weine, er führte das Leben eines Millionärs. Fuhr teure Autos, trug die besten Anzüge, reiste und wohnte in den schönsten Hotels.

Wie bei vielen Betrügeren funktioniert das eine zeitlang, bis jemand stutzig wird und sich dann überwindet, Maßnahmen zu ergreifen, welche ihn – den Kläger – ja gleichzeitig als Nichtkenner ausweisen, der einem Fälscher auf den Leim gegangen ist. Ein amerikanischer Weinsammler ging vor Gericht, klagte und das Gericht sprach Kurinawan schuldig.

Laut Anklage hat er gefälschten Wein an wohlhabende Sammler im Wert von mehr als 1,3 Millionen Dollar verkauft. Das Strafmaß wird Ende April nächsten Jahres festgelegt. Der 37-Jährige könnte bis zu 20 Jahre ins Gefängnis müssen, berichtet die "Los Angeles Times". Wenn Kurniawan wieder aus dem Gefängnis kommt, werden die Bordeauxweine aus den Jahren, mit denen er sein Geld verdiente, vermutlich endgültig ausgetrunken sein.

Oft gefälschte Lebensmittel

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