Genuss 16.05.2018

Das neue Waldbier 2018 schmeckt nach wilder Holzbirne

© Bild: ÖBf-Archiv/W.-Simlinger

Die Zutaten für das neue Waldbier der Bundesforste und Braumeister Axel Kiesbye wurde in der Steiermark geerntet.

Auf rund 550 Meter Seehöhe  zwischen Lassing und Salza gelegen sammelten die Österreichischen Bundesforste die Zutaten für das neue Waldbier: Blüten und Blätter der Holzbirne (Pyrus pyraster). "Die Wildbirne ist heute bereits selten geworden. Sie gilt als Urform aller Birnen und ist die Vorläuferin der heutigen Kulturbirnen", Rudolf Freidhager, Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz.

Auf einer Streuobstwiese im Bundesforste-Revier Wildalpen wurden in den vergangenen Tagen Blüten, Blätter und kleine Äste der wilden Holzbirne gesammelt, die zur Familie der Rosengewächse gehört. Als Baum, manchmal auch Strauch, können Wildbirnen bis zu 20 Meter hoch werden: "Der Erntebaum war fast acht Meter hoch und weit über 100 Jahre alt", erzählt Freidhager. Das Erntefenster sei sehr kurz, da die Blüte aufgrund der ungewöhnlich warmen Witterung heuer sogar nur wenige Tage gedauert hat.

Waldbier
© Bild: ÖBf-Archiv/W.-Simlinger

Braumeister Axel Kiesbye: "Neben Blättern und Blüten werden heuer erstmals auch getoastete Holzchips aus Wildbirnenholz und die getrockneten Früchte, Kletzen genannt, dem Waldbier zugegeben.“

Waldbier
© Bild: ÖBf-Archiv/W.-Simlinger

Die ersten Wildformen der Birne reichen bis in die Jungsteinzeit zurück: Schon 1000 v. Chr. verehrten die Griechen die Wildbirne, die in Heldensagen besungen wurde, als Kultbaum ebenso wie die Römer, die bereits 300 n. Chr. an die 40 unterschiedliche Birnenarten kannten. So entwickelten sich über die Jahrhunderte zahlreiche Sorten der ursprünglich aus dem Kaukasus stammenden Wildobst-Art. Zu royalem Aufschwung verhalf Ludwig XIV. der Birne, als er sie zum königlichen Obst ernannte.

Über den Sommer wird das Waldbier Jahrgang 2018 eingebraut und ab Anfang Oktober 2018 erhältlich sein.

( kurier.at , kaa ) Erstellt am 16.05.2018