Bernie Rieders Küche gibt es jetzt zum Mitnehmen.

© APA/Kurt-Michael Westermann

MAK
06/13/2013

Ein Bier mit Bernie an der Bar

Bernie Rieder verzückt seit gestern die jungen Coolen im MAK. Im Interview mit dem KURIER spricht er über das Ende seines "Landstreichertums" und sein großes Vorbild Helmut Österreicher.

von Anita Kattinger

Wie alle Köche hat auch Bernie Rieder Hummeln im Hintern. Der Bursche hielt es bisher tatsächlich nirgends lange aus: "Das Turm", "Eselmühl" oder "Freiraum", längst nur noch Stationen im Lebenslauf des Burgenländers. Die vergangenen Jahre konzentrierte sich der 38-Jährige auf seinen Cateringservice und spielte den privaten Koch für Promis. Das hat nun ein Ende: Seit gestern Abend steht Rieder im Österreicher im MAK am Herd und sorgt mit der Nachfolge von Helmut Österreicher für einen Generationswechsel im schicken "Wirtshaus".

Gleich zu Beginn des Restaurantbesuchs gibt es eine kleine Überdosis Bernie Rieder: Aus der Karte lächelt der Koch gezählte fünfmal den Gast an und, wer das Weizen bestellt, sieht nicht weiße Mäuse, sondern Rieders Kopf auf der Flasche kleben.

KURIER: Aufgeregt vor der Premiere?

Bernie Rieder: Sehr nervös.

Sie treten in große Fußstapfen. Halten Sie an der gehobenen Wirtshausküche von Helmut Österreicher fest?

Es ist nicht wichtig, wie groß die Schuhe sind, sondern nur, ob man damit gehen kann. Helmut Österreicher kann nur ein Vorbild sein: der längst dienende Vier-Haubenkoch in Österreich und menschlich schwer in Ordnung. Die Gerichte für meine neue Karte waren schnell beisammen. Ich bezeichne die Küchenlinie als Sammlung von lustigen österreichischen Ideen: Regionale Wirtshausküche.

Sie verzichten auf Avocados und Garnelen?

So regional wieder auch nicht. Avocados gehören dazu, Garnelen und Thunfisch wegen der hohen Schwermetall-Konzentrationen nicht. Auf der Karte stehen beispielsweise Schweinsbraten-Dim-Sums mit Apfelkren und Kraut oder eine Bouillon mit Ei, Erdäpfelschaum und Ochsenschleppknödel. Die Suppe schaut ein bisschen wie ein Latte Macchiato aus. Viele Gerichte wie das Rote-Rüben-Risotto stammen aus meinem Oma-Kochbuch.
Apropos Kochbuch: Wird es ein Oma-Kochbuch reloaded geben?

Vielleicht. So viel kann ich schon verraten, dass es Ende nächsten Jahres ein neues Kochbuch geben wird und ich bleibe thematisch in der Familie. Meine Schwester lebt zum Beispiel in Italien.

Sie haben einen zweijährigen Sohn, den Sie als Baby mit ausschließlich selbst püriertem Babybrei gefüttert haben. Wird es denn ein Kinder-Kochbuch?

Nein, aber auch für ein Kinder-Kochbuch gibt es bereits ein fertiges Konzept. Mir wird also garantiert nicht fad. Tiefkühl-Pizza und Mc Donald's kennt mein kleiner Prinz natürlich nicht. Sein Vater leider schon, aber ich stehe dazu.

Warum beenden Sie Ihr "Landstreichertum"?

Das MAK ist meine Homebase. Ich mache das Catering weiter, aber nur soweit es mir die Zeit erlaubt. Catering ist ein einsamer Job. Es ist super, für einen erlesenen Teil der Gesellschaft zu kochen, aber ich will mit meinen Gästen kommunizieren und nicht alleine in der Küche stehen. Ich hab mir auch einen Arbeitsplatz gewünscht, an dem mich meine Freunde für ein Glas Bier an der Bar besuchen kommen können. Ich musste lange nach solch einem Platz suchen, wo alles passt. Jetzt hab ich ihn.

Sie gestalten nicht nur die Abendkarte, sondern sind auch für den Mittagstisch verantwortlich. Werden Sie das Burgenland nicht vermissen, wenn Sie von früh bis spät in Wien in der Küche stehen?

Ich halte es wie der typische Burgenländer: Wohnen im schönsten Bundesland Österreichs, arbeiten tue ich aber woanders.

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