Genuss 19.01.2013

AL CENTRO

Die wöchentliche Restaurantkritik von Florian Holzer aus dem Freizeit-Kurier.

Wenn es eine mediterrane Küche gibt, die in Österreich sträflich vernachlässigt wird, dann die libanesische, die vielfältigste im Nahen Osten, mediterran und orientalisch zugleich. Malek Haddad stammt aus Zahle, östlich von Beirut, und besaß in Wien schon einige Restaurants – allerdings immer italienische. Sein neues „Al Centro“ klingt zwar wieder ein bisschen nach 08/15-Italiener, ist ein solcher aber definitiv nicht: Um das in schlichter Hotelrestaurant-Eleganz gehaltene Lokal zu bekochen, holte er sich nämlich nicht nur zwei junge Kreativ-Köche, die bei Joachim Gradwohl im Meinl am Graben gekocht hatten, sondern auch einen der besten libanesischen Köche Österreichs. Mit dem Ziel, eine Verbindung von moderner Mittelmeer-Küche und dem Füllhorn libanesischer Aromen zu erreichen – eine spannende Aufgabe. Ganz libanesisch etwa die Mezze, zwölf von den 702 namentlich bekannten Vorspeisen, etwa Auberginen-Creme Mutabbal, die knusprigen Lammfleisch-Knöderln Kibbeh oder der herrlich frische Petersil-Salat Tabouleh (je 4 €). Und dann das Edel-Mediterrane: eine herrlich seidige, leichte Maronisuppe mit Entenklein (5,90 €), ein begeisternd würziger Pot-au-feu (Eintopf) von Tintenfisch, Bohnen und Pata-Negra-Schinken (13 €) oder saftige Kalbsschulter mit Artischocken und gebratenem Grieß-Strudel (16 €). Ganz große Empfehlung.

Al Centro, Wien 1, Elisabethstraße 15/ Eschenbachgasse 6,☎ 01/585 00 44, Mo-Sa 11-15, 18-23

( freizeit am Samstag ) Erstellt am 19.01.2013