Wer jetzt durch Wälder und Stadtparks streift, sollte seine Taschen mit Rosskastanien auffüllen

© Inés Hermann

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10/25/2020

Kastanien für Pflegeprodukte nutzen

Rosskastanien lassen sich zu natürlichen Wasch- und Pflegeprodukten verarbeiten – wir zeigen, wie’s geht.

von Ornella Wächter

Kastanien-Igel mit Stacheln aus Streichhölzern, Kastanien-Girlanden, verbunden mit Draht oder Schleuderbälle mit einem buntem Schweif aus Krepppapier. Wer ein wenig im Gedächtnis gräbt, dem wir schnell wieder einfallen, wie simpel sich Rosskastanien verarbeiten lassen. Die ersten Bastel-Begegnungen hatten nämlich viele als Kind, wo man sich auf jedem Herbstspaziergang die Taschen mit den rotbraunen Früchten vollgestopft hat.

Vielfältig verwertbar

Erwachsene könnten sich ein Beispiel an ihrem alten Ich aus der Kindheit nehmen, und beim nächsten Spaziergang wieder beginnen zu sammeln. Denn Rosskastanien lassen sich wunderbar vielfältig verwerten. Zugegeben, Rosskastanien zu verarbeiten, klingt in der Do-it-yourself-Welt, die seit Jahren ein großes Comeback erlebt, nicht unbedingt prickelnd. Aber wenn man darüber nachdenkt, wie oft man im Haushalt mit chemischen Stoffen in Berührung kommt, die in Putzmitteln, Waschmitteln oder Pflegeprodukten enthalten sind, sieht man Rosskastanien in einem ganz anderen Licht.

Aufgrund des Pflanzenstoffs Saponins lassen sich nämlich aus den Früchten natürliche Waschmittel herstellen, die meist nur ein paar Tropfen Öl und ein wenig Natriumkarbonat brauchen – fertig. Kommt Saponin nämlich in Kontakt mit Wasser, löst es sich und bildet eine schaumige, seifige Lösung. Außerdem enthalten alle Pflanzenteile des Baumes das entzündungshemmende Aescin. Dieses kann Gefäßwände abdichten und erhöht die Gefäßspannung der Venen.

Kastanien zählen damit zu wichtigen Heilpflanzen, die gegen Venenerkrankungen, Krampfadern oder geschwollene Füße helfen können. Die in der Samenschale enthaltenen Gerbstoffe wirken außerdem antibakteriell, antiviral und entzündungshemmend.

Also: Beim nächsten Spaziergang Kastanien sammeln, trocknen und dann mit dem Mixer zerkleinern. Wer Ideen für die weitere Verarbeitung braucht, findet sie in den folgenden Beispielen.

Kastanien-Efeu-Spülmittel

Dass konventionelle Haushaltsreiniger mit ihrer chemischen Zusammensetzung nicht nur Gewässer verschmutzen, sondern Verpackungen auch das Müllaufkommen erhöhen, ist kein Geheimnis. Eine simple und umweltfreundliche Alternative: Selbst gefertigte Reinigungsprodukte aus Kastanien.

Zutaten: Dazu braucht man zehn bis zwanzig Efeublätter, fünf Kastanien, einen halben Teelöffel Waschsoda (Natriumkarbonat) und 250 Gramm Wasser.

Zubereitung: Die Efeublätter und die Kastanien grob zerkleinern, in einen Topf geben und mit heißem Wasser aufschütten. Dann das Waschsoda hinzufügen, dieses steigert die Fettlösekraft und wirkt keimtötend. Der Sud wird dann einige Stunden stehen gelassen zum Ziehen.

Anwendung: Für den Gebrauch wird das Mittel durch ein  Sieb direkt ins Spülwasser abgegossen. Die angegebene Menge reicht für zwei bis drei Anwendungen aus. Wird der Inhalt des Glases binnen dieser Zeit nicht aufgebraucht, ist der   Sud im Kühlschrank ungefähr eine Woche haltbar. 

Waschmittel für Buntwäsche

Je nach Bedarf lassen sich aus Kastanien sowohl Fein-Waschmittel für empfindliche Wäsche, für Buntwäsche als auch für stärker verschmutzte Wäsche herstellen.

Zutaten: Für ein Buntwaschmittel werden 50 Gramm Kastanienschrot benötigt (ca. fünf bis sechs Kastanien), fünf bis zehn getrocknete oder frische Kräuter, zum Beispiel Lavendel, 200 Gramm Wasser, ein Teelöffel Waschsoda (Natriumkarbonat) und optional einige Tropfen ätherische Öle.

Zubereitung: Kastanienschrot und Kräuter in ein Glas geben und mit heißem Wasser überbrühen. Danach für einige Stunden stehen lassen und durchsieben. Im gewonnenen Sud einen Teelöffel Waschsoda auflösen und eventuell ätherisches Öl eintropfen.

Anwendung: Den Sud ins Hauptfach der Waschmaschine geben und die Wäsche wie gewohnt waschen. Der fertige Sud ist für einen Waschgang ausreichend und sollte frisch verwendet werden. 

Kastanienmehl-Peeling-Butter

Kastanien eignen sich auch zur Herstellung von   Körperpflegeprodukten.  Die in der Frucht bzw. in der Samenschale enthaltenen Wirkstoffe machen Rosskastanien sogar zu einer Heilpflanze. Sie wirkt antibakteriell, antiviral und entzündungshemmend, und reinigen Haut und Haar auf schonende Weise.

Zutaten: Die Peelingbutter besteht aus 30 Gramm Kakaobutter, 30 Gramm Kokosnussöl, 10 Gramm Mandelöl, zwei Esslöffeln Kastanienmehl, einem Teelöffel Honig und je zwei Tropfen ätherischem Limettenöl und Lavendelöl.

Zubereitung: Zuerst die Kastanien sehr fein mahlen – etwa mit einem konventionellen Küchenmixer. Dann Mandelöl, Kokosnussöl und Kakaobutter sanft schmelzen  lassen, bis die Mischung klar ist, später kommt der Honig dazu. In dieses Gemisch wird das Kastanienmehl untergehoben – zügig, damit die Masse nicht abkühlt und fest wird. Zum Schluss werden die ätherischen Öle untergerührt. Zum Aushärten die Masse in kleine Formen füllen und in den Kühlschrank stellen. Nach dem Ausformen in einem Glas bis zum Gebrauch kühl aufbewahren. Die Peelingbutter kann auch eingefroren werden.

Anwendung: Gerade nach einem Spaziergang bei herbstlichen Temperaturen passt ein warmes Fußbad mit anschließendem Peeling perfekt. Die Peeling-Butter mit kreisenden Bewegungen einmassieren, dank des grobkörnigen Kastanienmehls wird die Hornhaut sanft entfernt, während wertvolle Öle über die Haut aufgenommen werden. Die Butter ist bei kühler Aufbewahrung etwa zwei Monate haltbar. 

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