© REUTERS/FABRIZIO BENSCH

freizeit Wohnen & Design
02/10/2020

Glanz und Glamour fürs Wohnzimmer: Wenn Stars Möbel designen

Internationale Stars wie Wolfgang Joop oder Gwyneth Paltrow werden immer öfter zu Möbeldesignern.

Eigentlich könnte sich Wolfgang Joop mit Rückblick auf seine schillernde Karriere bedenkenlos ins Privatleben zurückziehen. Vergangenen November beging der deutsche Modeschöpfer seinen 75. Geburtstag. Nicht so Wolfgang Joop.

Jetzt entwarf eine Kollektion für den Diskonter Hofer, die ab nächster Woche im Handel erhältlich ist. Unter dem Namen „Casa Deco designed by Wolfgang Joop“ bringt Hofer sieben Artikel wie Bettwäsche , Polsterbezug und Flauschdecke aus der Hand des weltbekannten Designers zum günstigen Preis in die Ladenregale. „Mir gefällt die Idee, leistbaren Luxus zu entwerfen, da jeder etwas Luxus im Leben verdient“, sagt Wolfgang Joop zum KURIER.

Was aus anderen Branchen wie der Mode, wo Rapper oder Schauspieler ganze Kollektionen entwerfen, seit Jahren als Marketingstrategie angewendet wird, scheint auch am boomenden Interieur-Sektor langsam Einzug zu halten: Mit dem Kauf eines von einem Star entworfenen Möbelstücks erwerben Kunden ein Stück des stilsicheren Lifestyle ihres Idols. "Ich arbeite aktuell mehr mit natürlichen Details und hebe Akzente bewusst stärker hervor", sagt Wolfgang Joop. "Anstatt glatter Lederoberflächen bevorzuge ich nun weiche, natürliche Textilien." 

24 Rollen Klopapier um 39 Euro oder sechs Dessert-Teller um 392 Euro. Diese Produkte gibt es derzeit auf der Lifestyle-Seite goop.com zu erwerben. Und sie verkaufen sich fast von selbst, denn Gründerin des Unternehmens ist die US-Schauspielerin Gwyneth Paltrow. Alleine auf der Social Media-Plattform Instagram hat die 47-jährige Aktrice rund 8,6 Millionen Abonnenten. Ende Jänner startete außerdem eine sechsteilige Netflix-Serie mit ihr in der Hauptrolle. 

Dass die Gegenstände auf goop.com von etablierten Marken zugekauft sind – die Weingläser liefert etwa die niederösterreichische Glasmanufaktur Zalto – macht den Kunden nichts. Immerhin ist die Auswahl der Stücke von Gwyneth Paltrow kuratiert.

 

Auch die Aufräumen-Königin Marie Kondo nutzt ihre Bekanntheit, um Möbel, Textilien und Accessoires an den Mann, oder besser an die Frau zu bringen. Einem Millionenpublikum lehrte die gebürtige Japanerin in ihren drei Büchern und mehreren Serien, wie Menschen ihre Wohnungen ausmisten und in Ordnung halten.

Doch was tun, mit so viel Aufgeräumtheit? Auch dafür hat Marie Kondo eine Lösung, nämlich ihren Online-Shop Konmari. Neben Tipps zum Aussortieren und Sauberhalten können schöne Dinge erworben werden. Freilich finden sich dort Gegenstände, mit denen sich Ordnung machen lässt, wie praktische und hübsche Boxen zum Aufbewahren von Dingen. Doch auch Vasen, Polster und Schüsseln können gekauft werden. Das Design ist schlicht und einfach, die Farben und Materialien natürlich gehalten.

Bekannt wurde Chrissy Teigen durch ihre Engagements als Covermodel von Magazinen wie Maxim und Cosmopolitan. 2018 veröffentlichte das US-Model dann ein Kochbuch mit dem Titel „Carvings – Hungry for More“, das es auf die Bestseller-Liste der New York Times schaffte. Seit dem informiert sie ihre Fans auf ihrer Homepage (carvingsbychrissyteigen.com) über die besten Rezepte und neuen Kochtricks.

Mit Videos und vielen Bilder rührt sie auch die Werbetrommel für die Produkte ihres Webshops: Dort gibt es jede Menge Geschirr wie große, schwere Kochtöpfe aus Gusseisen und Koch-Accessoirs zu kaufen. Bei der Bewerbung ihres Sortiments hilft die ganze Familie mit: In den Internet-Clips sind ihr Mann, der Sänger John Legend, und ihre beiden kleinen Kinder zu sehen. Sogar ihre aus Thailandstammende Mutter verrät in Videos die Geheimnisse der asiatischen Küche.

 

Auch die schwedische Möbelkette Ikea setzt auf diesen Trend. Das Unternehmen brachte vergangenen Herbst eine limitierte Edition in sehr geringer Stückzahl auf den Markt, die vom US-Designer Virgil Abloh entworfen wurde. Vor allem beim jungen Publikum ist Abloh aufgrund seines eigenen Labels Off-White ein Superstar. „Mit einem Designer wie Virgil Abloh erreicht Ikea eine Zielgruppe, die das Unternehmen sonst nicht erreichen würde“, erklärt Ikea-Sprecherin Barbara Riedl.

Die Strategie ging jedenfalls auf: Innerhalb weniger Stunden waren die Produkte von Virgil Abloh ausverkauft. Die nächste Serie mit einem Superstar dürfte wohl nicht allzu lange auf sich warten lassen.

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