Ein Oldtimer steht in einer offenen, weiß gestrichenen Garage mit Holztoren und gepflegtem Außenbereich.

Garagen als Luxus-Tempel: Hier parken Träume

Autos gelten vielen als Heiligtum, doch sie verschwinden meist in schmucklosen Garagen. Ein Bildband zeigt das Gegenteil: Autotempel, wo Architektur und Leidenschaft verschmelzen.

Das Allerheiligste vieler Menschen hat vier Räder, glänzt, schluckt jede Menge sündteuren Treibstoff und riecht innen nach Leder. Und es parkt meist nur dort, wo sonst die Altpapierbox steht, der Gartenschlauch auf den Sommer wartet oder der Hammer hängt: in der formlosen Garage.

Ein Picasso – sofern das nötige Kleingeld vorhanden ist – hängt aber auch nicht im Heizraum. Warum also parken Designobjekte wie ein Porsche 911, ein Ferrari F 40 oder auch ein Fiat 500 so oft hinter hässlichen Blechtoren? Die einfache Antwort: Weil es funktional ist, ganz klar. Und weil Geld eine gewisse Rolle spielt.

Wenn die Garage zum Herzstück wird

Doch es gibt manche, die errichten ihren Autos wahre Tempel, wie der neue Bildband „Haus und Auto: Wo Träume parken“ von Andreas K. Vetter zeigt, der am 17. März im Callwey-Verlag erscheint. Bei ihnen mutieren Garagen zu Bühnen, zu Rückzugsorten und manchmal sogar zu heimlichen Herzstücken eines Hauses.

Mitunter verschmelzen Wohnarchitektur und automobile Leidenschaft zu einer eigenen Disziplin: Klar, ein Automuseum muss heutzutage schon etwas hermachen. Aber auch für den privaten Gebrauch gilt: nur nicht lumpen lassen.

Wie in der Galerie

Da gibt es Sammlergaragen mit Galeriecharakter. Die Autos stehen zwischen Sichtbeton und riesigen Glasscheiben. Man will sie ja auch vom Garten aus begutachten. Auto wie Garage haben immerhin eine Menge gekostet. Es existieren unterirdische Parkebenen mit Lichtdramaturgie wie bei einer internationalen Automobilschau.

Es gibt nichts, das es nicht gibt. Selbst an sich potthässliche Carports verwandeln sich mit dem richtigen Architekturteam an der Hand zu schmucken Garteninstallationen. Vor allem dann, wenn das passende Gefährt daruntersteht.

Besonders hingebungsvolle Exemplare lassen den Parkplatz in ein Wohnzimmer mutieren, mit Couchlandschaft und großer Bar. Manches sogar in einen kleinen Pavillon. So zeigt das Buch etwa eine Garage in Illinois von Michael Abraham Architecture namens „Lazy Meadow“, also träge Wiese. 

Ein Pavillon für das Luxusauto

Das Konzept greift einen Trend des 18. Jahrhunderts auf, als in Schlossparks Pavillons für den nachmittäglichen Besuch errichtet wurden. In einem sanften Grashügel sitzt ein quadratischer Glaspavillon, der eine Kunstinstallation sowie zwei Sessel zum kontemplativen Blick in die Landschaft beherbergt.

Wer braucht da noch ein Auto?

Buchtipp

Buchtipp

Andreas K. Vetter: Haus und Auto. Wo Träume parken,
320 Seiten, 300 Abbildungen, 25 x 28 cm, 61,70 € , Callwey 

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