Vladimir Putin (mi.) mit Margot Klestil-Löffler, Thomas Klestil und den Welpen Olga und Orchidea.

© APA/APA/AP POOL/RUDI BLAHA

freizeit
02/15/2021

Diese Politiker-Haustiere machen "First Cat" Larry Konkurrenz

Der englische "Chief Mouser" feiert zehnjähriges Dienstjubiläum. Wer sein Erzfeind war und wer noch bei Machthabern wohnt.

von Daniel Voglhuber

Schon drei Premierminister Großbritanniens haben unter Kater Larry, dem obersten Mäusefänger, gedient. Gerade feiert er sein zehnjähriges Dienstjubiläum in der Londoner Downing Street. Larry ist nicht der einzige Kater, der die Couches der Amtssitze in Beschlag nimmt. Palmerston aus dem englischen Außenministerium war so einer. Der war Larrys Erzfeind und focht mit ihm einige Sträuße aus. Auch bei Mitarbeitern des Ministeriums war er nicht wohlgelitten. Er soll ihnen schon mal eine Maus auf den Schreibtisch gelegt haben. Aber seit dem Vorjahr ist es damit vorbei: Palmerston ist im Katzen-Ruhestand. 

Nicht weniger berühmt als seine englischen Artgenossen war "First Cat" Socks - ein schwarzer Stubentiger mit weißem Hals und weißen Pfoten. 

Er kam mit den Clintons Anfang 1993 ins Weiße Haus. Bill Clintons Tochter Chelsea hatte ihn zwei Jahre zuvor in Arkansas gefunden. Einige Jahre hatte Socks ein prächtiges und sorgenfreies Leben - bis 1997 Retriever Buddy in den Präsidentensitz einzog. Die beiden sollen wie Hund und Katz gewesen sein. Hillary Clinton hat 1998 laut Welt trotzdem ein Buch mit Briefen von Kindern an die beiden Tiere veröffentlicht, unter dem Titel „Dear Socks, Dear Buddy“. Als die Familie das Weiße Haus verließ, übersiedelte der Kater zu Clintons Sekretärin Betty Currie in die Ortschaft Hollywood in Maryland. 2009 ist Socks dann im stolzen Alter von 18 Jahren gestorben.

Socks

Labrador Buddy und Kater Socks kamen nicht wirklich gut miteinander aus.

Socks

Socks spazierte über den Schreibtisch

Im Weißen Haus tobten regelmäßig Tiere herum. Vornehmlich Hunde. Nach Buddy und Socks zog George W. Bush ein. Und mit ihm Scottish Terrier Barney. Der hatte eine eigene Website und zu Weihnachten gab es stets Videos aus der "Barney-Cam". Doch er soll nicht nur knuffig und nett gewesen sein. Einmal soll er einen Reuters-Reporter, ein anderes Mal die PR-Managerin der Basketball-Mannschaft Boston Celtics gebissen haben. Richtig böse war Bush dem Terrier aber wohl nicht. In den Bibliotheken des George W. Bush Presidential Center in Dallas steht eine Bronze-Statue des Tieres. Es ist 2013 mit zwölf Jahren an Krebs gestorben.

Unterstützung trotz Irak-Kriegs 

Der Hund ging aber ohnehin in die Ewigkeit - und zwar in die Liste der geflügelten Worte - ein. Bush soll laut dem Journalisten Bob Woodward zum Irak-Krieg gesagt haben: „Ich werde nicht abziehen, selbst wenn mich nur noch (Ehefrau) Laura und Barney unterstützen.“

 

Weniger angetan von Barney war der russische Präsident. Er stellte dem "First Dog" seinen Labrador Konni bei einem Staatsbesuch vor. Schon im Vorfeld soll er sich über die Größe des amerikanischen Hundes lustig gemacht haben. Der kleine Terrier sei dem Präsidenten einer Weltmacht nicht angemessen, meinte er. Und im selben Atemzug pries er die Größe und Stärke Konnis - und wie sehr dieser Barney überlegen sei.

Hirtenhund aus Turkmenistan

Konni war bei vielen Staatsbesuchen dabei. Er war aber nicht bei der einzige Hund des für seine Tierliebe bekannten Putins (was man bei Menschen, zumindest bei Kritikern, nicht behaupten kann). Derzeit zählt zur Menagerie etwa Verni, ein Alabai-Hirtenhund. Der war ein Geburtstagsgeschenk des turkmenischen Präsidenten Gurbanguly Berdimuhamedow während eines Treffens in Sochi, 2018. Verni heißt auf Russisch "loyal".

Dass Menschen, die herzige Tiere herschenken, nicht zwangsläufig gut sein müssen, zeigt ein Bericht der Reporter ohne Grenzen zur Pressefreiheit in 180 Ländern. Da rangierte Turkmenistan im Jahr 2020 auf dem vorletzten Platz. Der von Putin gestützte Machthaber Tschetscheniens, Ramsan Kadyrow, ist ebenfalls dafür bekannt, dass er von Menschenrechten nichts hält. Auch bei der Tierhaltung ist er wenig zimperlich. Seit Jahren kursieren Bilder von ihm im Netz, wo er mit kleinen Tigern protzt und mit ausgewachsenen Exemplaren spielen will. 

Hunde am Wiener Ballhausplatz

Putin bekam nicht nur Tiere geschenkt, er hat sie auch verschenkt. Man erinnere sich an die zwei Welpen Olga und Orchidea, Nachkommen der Hündin Konni. Die hat der russische Machthaber 2004 dem damaligen Präsidenten-Paar Thomas Klestil und Margot Klestil-Löffler geschenkt. Klestil war nach diesem Besuch von vielen Seiten kritisiert worden, er sei zu streichelweich und ohne Kritik - etwa an der Tschetschenien-Politik - gewesen.

Der aktuelle "First Dog" Österreichs heißt Juli. Die Hundedame ist seit beinahe zwei Jahren an Alexander Van der Bellens Seite - und oft in der Präsidentschaftskanzlei am Ballhausplatz anzutreffen. Zumindest wenn es nach Bildern auf Instagram geht.

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Die Liste der Politiker mit Tieren - vor allem Hunden - ließe sich ewig fortführen. Lieb ist auf jeden Fall die Geschichte der Familie Obama. Die schaffte sich die Portugiesischen Wasserhunde Sunny und Bo an, weil Tochter Malia eine Hundeallergie hatte. Und auf die Rasse der beiden habe sie nicht allergisch reagiert. Weniger lieb: Sunny biss 2017 eine Frau ins Gesicht.

Hervorgehoben sei noch Winston Churchill, ein ausgewiesener Tierliebhaber. Er hatte mehrere Hunde - darunter die ikonisch gewordene Britische Bulldogge Dodo oder den Kater Nelson, benannt nach dem bekannten Admiral. Der soll einen ausgewiesen guten (und wärmenden) Einfluss auf Churchill gehabt haben. Er warf einem seiner Minister vor, die Katze habe mehr für den britischen Erfolg im Zweiten Weltkrieg getan als dieser.

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